Danke, re:publica 12!

Es ist Sonntag. Die re:publica 12 ruht seit knapp eineinhalb Tagen und ich bin immer noch dabei die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

Im Vergleich zu meinem ersten Besuch 2010 und der letztjährigen Ausgabe ist alles so viel größer geworden. Die Station als Austragungsort. Die Teilnehmerzahlen. Die Anzahl der Sessions. Und weitaus professioneller. Organisation, Helfer, Logistik, … das ganze Paket hat einen großen Sprung nach vorne gemacht, für den man den grandiosen Menschen im Hinter- wie auch Vordergrund einfach nur danken kann. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen ein Klassentreffen auszurichten, das nicht viel mit einem Klassentreffen gemein zu haben schien, und gerade deshalb so gut war.

Alles in allem war es herzlicher, cooler und entspannter. Es ging noch mehr um das Miteinander unter den Teilnehmern. Die öffentlichen Sessions habe ich trotz aller Planungen kaum mitgenommen. Viel eher war ich nicht als Einziger nonstop am plaudern, reden, fachsimpeln und kennenlernen, wenn denn die Traute zum Ansprechen über den Blickkontakt hinaus da war. Das Interesse am Gegenüber war durchweg zu spüren, auch wenn der schnelle Blick aufs Device immer noch für ab und an für Irritation sorgt, obgleich es durch den Running Gag des wankelmütigen Netzes kaum Gelegenheit dafür gab.

Überhaupt waren Twitter und Co. dieser Tage mehr für die Koordination von weiteren Treffen denn für die Information im Einsatz. “Wo steckst du gerade?”, “Zeit für Kaffee/Bier/Bratwurst?”, “Lust auf ein Treffen?” waren die häufigsten Sätze, die gewechselt wurden, falls man nicht sowieso direkt angesprochen wurde. Und so kam man dankenswerterweise nie zum Stillstand, ohne in Ruhe reden zu können. Es tat mir persönlich ungemein leid so viele liebe Menschen mit einem “Wir sehen uns noch” zu vertrösten, um dann doch keine Zeit mehr zum Austausch gefunden zu haben. Kaum hatte man allen, die man kannte und sah, “Hallo” gesagt, da begann schon wieder der Exodus der ersten Abreisen. Es war eine große Party, auf der jeder seinen eigenen Teil zum Gelingen beitrug. Ich bin fast verleitet zu sagen, dass das Netz in diesen paar Tagen auf persönlicher Ebene wieder etwas näher zusammengerückt ist.

Thematisch sah das hingegen etwas anders aus, wie mir schien. Die Dinge, die uns alle beschäftigen, sind vielfältiger als je zuvor und bedürfen noch mehr Aufmerksamkeit, die man aber nicht jedem einfach so abknapsen kann. Hier bedarf es nach wie vor noch mehr guter Erkläungs- und Vermittlungsarbeit für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis, die durch diese auch geleistet werden muss. Die Vorträge, die ich gesehen habe, waren teils gut gemacht, gaben mir persönlich aber nicht viel. Das ist dann das (Luxus-)Problem einer Konferenz, die zum Gros aus Teilnehmern besteht, die mehr als knietief in der Materie stecken. Ich habe sicherlich einige wirklich gute Sessions verpasst und werde die nächsten Tage noch viel Zeit mit der Nachbetrachung der Aufzeichnungen verbringen, aber es gab erneut zwei Diskrepanzen, die mir mit Blick auf die #rp11 schon letztes Jahr auffielen. Zum einen die immer wieder auftauchende Lücke zwischen Vortragstitel und -beschreibung zum eigentlichen Inhalt der Runden. Zum anderen die teils noch ausbaufähigen Präsentationstechniken.

Was den ersten Punkt betrifft, so muss man mit diesem Risiko beim Besuch eines Vortrags leben. Mal steckt drin, was draufsteht, mal nicht. Punkt zwei ist (für mich ganz persönlich) dann aber umso wichtiger, wenn es eben diese Abweichungen gibt. Es muss kein Gold sein, das da auf der Bühne glänzt, aber es sollte mich trotz allem zumindest interessiert und gut unterhalten zurücklassen. Gewiss geht es nicht darum die beste Bühnenperformance abzuliefern und die ganz große Rampensau zu sein, wenn das Thema im Vordergrund steht. Aber es verwundert mich zuweilen, wie wenig Gedanken sich Vortragende um die Form ihrer Präsentation machen. Die Inhalte sind top, aber die Umsetzung lässt das dann zu oft vergessen machen. Umgekehrt soll es aber auch vorgekommen sein, wie ich gehört habe.

Was bleibt ist ein bunter Strauß an vielen tollen Erinnerungen und Momenten, Gesprächen, auf die ich mich im Vorfeld schon lange gefreut habe und Ideen für viel zu viele hoffentlich noch kommende Blogposts geliefert haben, Wiedersehen und Kennenlernen und dem Wissen, dass ich 2013 wieder dabei sein werde.

Bis dahin gilt: Danke für ein paar wundervolle Tage, re:publica 2012!

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