Review: Betsy Myers‘ 7 C’s Of Change (MPI DialogTag 2010)

Prunktstück des MPI DialogTages 2010 war, wie im ersten Teil der Review schon beschrieben, unbestreitbar Betsy Myers, die am zweiten Konferenztag zum exklusiven Workshop lud und über sieben „C“-Kriterien sprach, die man für eine bessere Führung nicht nur kennen, sondern auch anwenden müsse.

Denn nur wenn sich Mitarbeiter/ Mitmenschen positiv mit dir identifizieren, erst dann sind sie bereit ihre beste Leistung für dich zu geben, ihre Ideen einzubringen und Auffassungen zu teilen.
Von daher sei ein Wandel in der Art und Weise wie Führungskräfte mit ihren Untergebenen umgehen unvermeidbar und man müsse diese Veränderung zu erkennen bereit sein.

Betsy Myers umschrieb diese Bereitschaft zur Wahrnehmung von Veränderungen einmal mehr anhand der Kampagne von Barack Obama: Während sich Hillary Clinton auf die erfolgreichen Wahlkampfmethoden ihres Mannes Bill aus dem Jahr 1992 verließ, führten Obama und sein Team im Jahr 2008 eine 2008er-Kampagne – sprich: man ging viel stärker auf die veränderten Bedürfnisse der Wähler ein und gab ihnen eine nahbare Führungspersönlichkeit, für den sie nicht nur zu wählen bereit waren, sondern aktiv Wahlkampf betrieben.

CARE ABOUT ME
„Make people feel valued, because people matter“ war folglich auch die Quintessenz ihres ersten Cs. Kein Vorgesetzter könne eine langfristig produktive Truppe unter sich haben, wenn sein Führungsstil auf Angst und Geringschätzung basiere. Viel eher sollte man seinen Mitarbeitern jeden Tag aufs Neue zeigen, dass man weiß was sie tun und dies auch zu schätzen wisse. Man würde es kaum für möglich halten was ein einfaches „Dankeschön“ für erbrachte Leistungen, ein Lob oder der regelmäßige Gang durch das eigene Unternehmen/ die Abteilung, um mit den Angestellten zu reden, ausmachen könnte, so Myers.

COLLABORATION
Mit seinem Team auch tatsächlich arbeiten zu können ist Punkt zwei auf der Liste. Myers erzählte von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, bei denen sie oftmals führende Köpfe getroffen und gesehen hätte, die sich ganz bewusst mit zweitklassigem Personal umgeben hätten, nur um ihre eigene Position behaupten zu können.
Nur wer sich mit den Besten umgibt und keine Angst davor hat nicht mehr der Beste im Raum zu sein, habe die Möglichkeit mit seinem Team Großes erreichen zu können. Dazu gehöre auch über den eigenen Schatten zu springen und Fragen zu stellen, auf die man keine Antwort habe.
Als Beispiel nannte sie Präsident Obama selbst, der sich zu Anfang seiner Wahlkampftour mit einer renommierten Wissenschaftlerin zu Ernergiethemen austauschte, indem er sich ihre Nummer besorgen ließ und unvermittelt bei ihr anrief, um sich alles von ihr erklären zu lassen, damit er später wusste, wovon er sprach.

CLARITY & COMMUNICATION
Zwei Cs, die Hand in Hand gehen. Dort, wo Klarheit herrscht, passieren keine Missverständnisse. Regelmäßige Feedbackrunden, klärende Gespräche, konkret kommunizierte Erwartungen oder auch einfache, prägnante Forderungen sind laut Myers das A und O jedes erfolgreichen Business. Und das bedeute auch das immer neue Auseinandersetzen mit dem eigenen Team und seinen Zielen.

CULTURE
Wir selber kennen dieses Phänomen nur zu gut. Ein neuer Job, ein neues Projekt und dazu ein Team, das sich aus den verschiedensten Charakteren zusammensetzt, die alle ihren ganz persönlichen Hintergrund haben und sich für das gemeinsame Ziel miteinander arrangieren müssen. Für kurze Zeit kann man diesen Rucksack, den jeder Schaffende bzw. jedes Unternehmen mit seinen Philosophien und Co. mit sich trägt, vielleicht ignorieren und dennoch zu einem guten Ergebnis kommen. Auf lange Sicht hingegen könne man jedoch nur dann bestehen, wenn man einander offen gegenüber stehe und sich nicht nur in den immer gleichen, eingefahrenen Bahnen bewege. Wer sich noch die Frage zu stellen traut, ob er mit dem, was er tut, glücklich sei, der brauche sich nicht auf Routinen verlassen und sei frei genug alles wagen zu können.

CAPABILITY
Die Fähigkeit zur Einordnung der eigenen Talente, Stärken und Schwächen stellt das sechste C dar. Welche Gefühle vermittle ich anderen?, Bin ich der Chef, der ich sein möchte?, Kann ich mit Wahrheiten umgehen? … sind allesamt Fragen, deren Antworten zu erfahren man Betsy Myers‘ Meinung nach sich trauen sollte.
Am besten würde dies mit einem sogenannten „Truthteller“ funktionieren, einer geschätzten und respektierten Person, auf deren Meinung man auch tatsächlich wert lege. Für Myers war das ihre ehemalige Mentorin, die sie bei ihrem Start in Washington unter ihre Fittiche nahm. Durch ihre offene und unverblümte Kritik sei sie erst die Person geworden, die sie heute ist.

COURAGE
Passend dazu schloss sie ihre Ausführungen mit Courage. Das alles, was sie in ihren ersten Punkten andeutete, sei nur mit Mut zu erreichen. Mut, seine eigene Meinung zu äußern, Mut, die eigene Person zu hinterfragen/ hinterfragen zu lassen, und schließlich auch den Mut, Dinge zu tun, denen man sich sonst nicht stellen würde.
Wer in der Lage sei die eigene „Comfortzone“ zu verlassen und sich Unbekanntem zu stellen, der habe nichts zu befürchten.

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