Persönliche Meilensteine und Erfahrungen mit und Dank Social Media

Damals: Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon Anfang Januar online setzen, als ich damals nur einen kurzen Kommentar unter den Beitrag von Marie-Christine Schindler setzen wollte, da sie mir mit ihrem Plädoyer für eine lebendige Twitter- und Social Media-Gemeinde den damaligen Tag versüßte. Doch je länger ich darüber nachdachte (und mir ihr Dankeschön an alle ein zweites, drittes und viertes Mal durchlas), desto eher merkte ich, wie sehr diese Worte, ihre Worte, doch auch mittlerweile für mich gelten – und begann im Kopf diese Zeilen zu formulieren. Wie gesagt, das war vor nicht weniger als drei Monaten…

Heute: Gestern Abend gab es schließlich diesen einen Moment, der mich heute morgen an meinen unfertigen Beitrag vom Jahresanfang denken ließ.

Lustigerweise war es einmal mehr Marie-Christine, die den Anstoss für eine angeregte Diskussion zwischen ihr, David Philippe (der kommenden Montag übrigens Gastgeber der fünften Montagsrunde sein wird) und mir gab, indem wir die Optionen für einen Show Case und die Folgen der potentiellen Entwicklungen abwägten – und das alles via Twitter.

Wie auch Marie-Christine habe ich seit dem Einstieg ins (themenbezogene) Social Web viele kluge (PR-)Köpfe, Studenten PR-lastiger Studiengänge oder auch Skeptiker über den kleinsten gemeinsamen Nenner „Social Media“ kennengelernt. Ich bin in Gespräche reingekommen, habe Meinungen ausgetauscht, Kontakte aufgebaut, die auf anderem Wege wahrscheinlich nie ganz sicher nicht zu Stande gekommen wäre, und habe durch meine persönliche Entwicklungen und Wandlungen durch das Auseinandersetzen mit all dem Entscheidungen getroffen, die ohne den Einfluss von Social Media auf meine Wahrnehmung und Co. (wohl auch) anders ausgefallen wären.

Erstmals mitbekommen hatte ich diesen Effekt vor etwas mehr als einem Jahr, als ich trotz meines privaten Twitterstarts im Februar 2008 immer noch eher am spielen und ausprobieren war, denn effektiv und mit einem groben Plan im Kopf damit zu arbeiten. Als es jedoch hieß, dass Twitter mit Beginn des Hauptstudiums ein nicht zu verachtender Faktor werden würde (zu diesem Zeitpunkt war ich noch gute drei Monate davon entfernt), befragte ich ein paar Kommilitonen des höheren Semesters nach ihren Ansichten zum Microblogging und bekam überraschend häufig die Intention vermittelt, dass Twitter (und Social Media im Allgemeinen) ein unglaublich verbindendes Potential inne hätte.

Fragen zu aktuellen Themen, Hilfestellungen für Branchenneulinge oder eben auch Diplomarbeitsschreibende seien an der Tagesordnung, wenn man sich nur ein wenig Mühe gebe um Zeit, Respekt und Neugierde in sein Netzwerk zu investieren. Fachliche Diskussionen anzustossen falle ebenso wie das Einholen von fundierten Meinungen um ein Weites leichter, wenn man weiß, an wen man sich zu wenden hätte und die Befragten auf der anderen Seite einschätzen könnten, mit wem sie da eigentlich ihre Erfahrungen und Aufmerksamkeit teilen – obwohl, wie unter anderem auch schon feststellen konnte, selbst bei totaler Fremde eine tendenzielle Grundoffenheit für alles und jeden herrscht. Das ein hin und wieder auftauchende Icon in der Timeline oder ein interessanter Tweet ausreichen würden, um Basis für eine solch ausgeprägte Vertrautheit zu sein, hätte ich persönlich vor diesen Erfahrungen nicht für möglich gehalten.

So wurde ich aber selber neugierig und befasste mich nun doch intensiver auf nicht mehr rein privater Ebene mit dem Thema. Wie schnell und tief ich mich von dieser Dynamik aufsaugen ließ, merkte ich, als ich keine vier Wochen später am Abend vor der Zukunft-Online-PR 2009 mit dem bereits einen Tag zuvor angereisten Christian de Vries in einem kleinen Lokal in Dieburg saß und über den Einsatz von Social Media fachsimpelte. Rückblickend würde ich sagen, dass dieser Abend eine nicht zu verachtende Auswirkung auf meinen weiteren Studienverlauf hatte und gleich mehrere Premieren für mich darstellte:

    – neben Thomas Pleil war Christian erst der zweite waschechte PR-Profi, den ich persönlich kennenlernte (Zufallsbekanntschaften bei diversen Terminen, die nicht über ein kurzes „Hallo“ im Vorbeigehen hinausgekommen sind, zählen nicht wirklich)
    – er war der erste PRler, den ich vor einem Treffen bis dato nur virtuell kannte (wenn ich mich recht entsinne seit genau drei Tweets, die zur Koordinierung des Treffens beitrugen) und – am wichtigsten –
    – derjenige, der mir bewusst machte, wie gut ich mich mittlerweile mit der Materie auskannte, obwohl ich de facto erst ein paar wenige PR-Vorlesungen auf meiner Haben-Seite verbuchen konnte

Und das alles mit einer gehörigen Portion Herzlichkeit.

In der Folge tauchte ich noch tiefer in die weitläufigen Themenfelder der (Online-)PR ein und konnte obenauf mitschwimmen. Erst im Kleinen, dann im Großen. Dieses Große war für mich nach dem Beginn des PR-Hauptstudiums vor allem der Antritt meiner Stelle als Tutor für den Schwerpunkt.
Die Perspektive neben der Betreuung meiner Kommilitonen, der PR-Fundsachen sowie der Gastdozenten (die Position ist für wahr ein Gesprächsöffner erster Güte) auch an wissenschaftlichen Arbeiten teilhaben zu können, schien mir äußerst verlockend. Wie sonst könnte ich noch mehr darüber lernen, als praktisch mitzuarbeiten und derlei Abläufe kennenzulernen?

Dass dies auch tatsächlich so funktioniert (und meine Erwartungen teils weit übertroffen hat) konnte man vor einiger Zeit an der veröffentlichten Studie zum Thema „PR und Authentizität im Social Web“ und dem im PRmagazin publizierten Artikel erkennen, die immer wieder ihre Wellen schlug, neue Denkanstösse und Beiträge auslöste und mir wiederum die Möglichkeit bot mich einbringen zu können. Und trotz meines Status‘ „nur“ als Student zur Thematik im Web unterwegs zu sein, wurde und wird mir (wie auch meinen Kommilitonen) jederzeit mit Respekt und Interesse zu unseren Ansichten aufgewartet – von Profis, die weitaus mehr Erfahrung haben, uns nicht kennen und ihre Zeit sicher mit Wichtigerem verbringen könnten, als unsere mit viel Zögern (ein langes Kapitel für sich) veröffentlichten Zeilen zu lesen, die wir unter ihre Ausführungen gesetzt haben und setzen.

In der Zeit, die zwischen dem Beginn dieses Beitrags und der Veröffentlichung liegt, habe ich nochmals einen großen Sprung nach vorne machen können – erneut mit der tatkräftigen Hilfe von Social Media, die mir entweder Termine vermittelten oder als solche ein Richtung aufzeigten. Ich habe bei den besuchten Twittwoch-Veranstaltungen in Frankfurt eine Vielzahl interessanter Menschen kennenlernen können, die mich schon vor dem ersten real gewechselten Wort zuordnen konnten (für einen „Freshman“ immer wieder ein komisch-beeindruckendes Gefühl zugleich), habe an vielen Stellen Hilfe und aufmunternde Worte für meine Diplomarbeit erhalten und wurde von Profis um ganz persönliche Einschätzungen zu Themen gefragt, die für sie eigentlich selbstverständlich sind.

Jochen Mai schrieb vor kurzem, dass Social Media als Charakterverstärker das Kokain der Moderne seien. Wenn dem wirklich so ist, möchte ich so bald nicht von diesem abwechslungsreichen, interessanten und offenherzigen Trip runterkommen… Euch allen ein großes „Danke dafür“ von dieser Stelle aus!

Morgen: Nun, knappe drei bis vier Monate von der Entgegennahme des Diploms entfernt, befinde ich mich mit meinen Kommilitonen so langsam auf der Schwelle zwischen Studienende und dem Schritt in die Arbeitswelt. Hinter mir liegt dabei ein langer, auch von Social Media geprägter Weg, der mich vielen Leuten näher gebracht hat, der mir eine bis dahin unbekannte Materie vermittelte und den ich Dank meiner persönlichen Meilensteine immer werde zurückverfolgen können. Wohin mich mein Weg führt lässt sich momentan in etwa einschätzen, aber eines weiß ich schon jetzt: Das Social Web und Social Media an sich werden auf jeden Fall dabei sein.

Ergänzung: Die explizite Dauererwähnung von Twitter soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch andere Tools wie dieses noch kleine Blog, Facebook oder auch XING einen wichtigen Teil beigetragen haben. Allerdings führt Twitter doch recht deutlich😉

One comment

  1. […] @prcdv habe ich im Februar 2009 im Vorfeld der Fachtagung Zukunft Online-PR kennengelernt, als er bereits am Vortag nach Dieburg reiste und wir uns die Zeit in einem Lokal vertrieben. Ich kannte ihn seit drei Tweets, die zur Orientierung des Treffens dienten (Marktplatz, halte nach einem großen Blonden Ausschau ), ehe wir gute drei Stunden quatschten und quatschten. Christian war erst der zweite Twitterati, den ich bis dahin live, in 3D und Farbe kennenlernte. Ich weiß nicht, ob der Begriff „Ziehvater“ ein wenig zu weit ausholt, aber dieser Abend und die folgenden Gespräche und Treffen hatten zweifelsohne Auswirkung auf meinen weiteren Werdegang. […]

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