Die vierte Stufe der Kommunikationssysteme nach Merten (Update)

Wohlan, es ist Zeit für das Update, das, wie ich zugeben muss, mit der heißen Nadel gestrickt ist und für die Ausarbeitung und Darstellung in der Diplomarbeit an sich noch etwas ansprechender gestaltet wird.

Ich habe versucht sämtliche Hinweise der ersten Input-Runde zu berücksichtigen und einzuarbeiten, wobei ein, zwei Ergänzungen eher im Fließtext zur Grafik untergebracht werden.

Fortgeschrittenes Kommunikationssystem der digitalen Informationsgesellschaft (updated)

Um den Unterschied zwischen online- und offline-basierter (und somit auch mittelbare wie unmittelbare) Kommunikation andeuten zu können, wie es Marie-Christine Schindler vorgeschlagen hat, sind Nutzer, die offline von Mitgliedern ihres Online-Netzwerkes über ein Thema informiert werden, in Quadraten dargestellt. Dass sie dabei als Minderheit erscheinen, ist bewusst so dargestellt, da sie m.M.n. nur eine bedingte Hub-Funktion inne haben, um ein Thema von online zu offline zu online (zurück-)tragen zu können.

Ob es nach wie vor wie von chris angesprochen nur einen Rezipienten R oder im Web nur noch Nutzer N gibt (als Steigerung dazu natürlich User oder gar ProdUser, wie produzierende Nutzer im Web auch genannt werden), würde ich im Text erläutern. Die Wechselspiele zwischen PR (bzw. Unternehmenskommunikation) und Journalist J sind zumindest aufgenommen😉

Ebenfalls ergänzt (oder eben angedeutet) ist nun die komplette Vernetzung zwischen fast allen Netzwerkpunkten und -nutzern zur gegenseitigen Beeinflussung (warum es immer noch keine dotted lines in Photoshop gibt ist mir jedoch ein Rätsel) plus das Beobachten von PR und Journalismus des Netzes/Netzwerkes zur Wahrnehmung von Trending Topics, Informationen und Diskussionsentwicklungen.

So, jetzt dürft ihr wieder Feedback geben😉

Update zum Update (13.05., 12:15 Uhr):

Nach einem kurzen, aber regen Austausch mit Christoph Kappes gestern Abend via Twitter (1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7) ist nun diese (alternative) Grafik entstanden.

Fortgeschrittenes Kommunikationssystem der digitalen Informationsgesellschaft (Update 2)

Rezipient R steht als Konsument seines eigenen Informationsflusses in der Mitte seines Netzwerkes N und kann von all diesen Punkten mit Informationen (aber auch Meinungen, Wiedergaben von Gesehenem etc.) versorgt werden bzw. sich mit ihnen austauschen. Ebenso ist R auch in der Position Ereignisse E bzw. inszenierte Ereignisse É direkt oder indirekt über die medialen Hubs PR (bzw. Unternehmenskommunikation) oder auch J (Journalisten bzw. Medien) wahrzunehmen. Des Weiteren gibt es auch im Umfeld des Netzwerkes N Mitglieder, die die abgewandelte Funktion eines Hubs einnehmen können (z.B. durch unmittelbare Beobachtung oder Teilhabe an Ereignis E oder É).

Das alles passiert parallel zueinander vor dem Hintergrund, dass sowohl Netzwerk als auch die medialen Hubs (PR und J) durch permanentes gegenseitiges Beobachten die Entwicklungen des jeweiligen Gegenübers registrieren und für die Initiierung von Meldungen zu realen oder inszenierten Ereignissen E bzw. É nutzen können.

Ich bitte das Chaos mit den Pfeilen zu entschuldigen, hoffe aber, dass es im Ansatz verdeutlicht, was gemeint ist.

3 Kommentare

  1. Wie getwittert: Ich meine, dass schon das Merten-Modell nicht berücksichtigt, dass R seine Realität nicht nur direkt (E) oder indirekt durch J erfährt, sondern auch durch Personen seines sozialen Netzwerks. Nämlich durch Klaus, der die Schlägerei gesehen hat, durch Jan und Hein in der Kneipe, die das von Klaus gehört haben und durch Erwin, der davon aus der Zeitung erfahren hat. Daher gehören Ns auch in das klassische Modell.
    Durch „Social Media“ (dislike the word) wird dieses Netz aus Ns nur grösser, verschriftlicht und distanzfrei – daher wirkt es schneller und reicht weiter (Skaleneffekt). Einige der Ns erreichen dadurch auch eine Stellung eines J im System (die inhaltliche Ebene ausgeklammert.)
    Hope this helps.

  2. Da schwirrt mir der Kopf. Ich denke, dass Du in den neuen Varianten des Modelles zu viel abbilden möchtest. Du kannst nicht alle Aspekte der untersuchten Realität abbilden, eine Reduktion ist notwendig.
    Besinne Dich zurück auf das Ziel Deiner Darstellung. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, arbeitest Du an einer Lösung, die

    a) als eine Weiter-Entwicklung von Merten
    b) die neuen Realitäten
    c) aus der Vogelschau (also nicht aus Sicht einer „Partei“) abbildet.

    Wenn sie eine Weiter-Entwicklung von Merten sein soll, dass sollte er noch erkennbar sein. An der Lösung Merten gefällt mir, dass sie übersichtlich ist. Das Wesen des Modells ist es ja, dass es eine Reduktion und Abstraktion zulässt oder gar verlangt.

    Was sind die neuen Realitäten?

    a) PR hat neu potentiell den Zugang zu R
    b) R schliesst sich mit N (im Kreis und im Quadrat kurz)
    c) N wiederum werden ebenfalls gespiesen (wenn man das so ausdrücken kann) von E / É
    d) Die Pfeile laufen nicht mehr nur auf R zu, sondern auch von R weg (Produser)

    Für mich ist im Kreismodell nicht nachvollziehbar, warum R als wichtigstes (bei Dir grösstes) Element im Zentrum steht. Alle Elemente im Kommunikationssystem bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. Das Gewicht der jeweiligen Elemente abzubilden, sprengt den Rahmen dieses Modells. Zudem wird R dieser Variante von E, É zu sehr abgekoppelt.

    Konkret würde ich nochmals an Deiner zweiten Lösung arbeiten. Nur ein Netzwerk von maximal 8-10 N abbilden, einige Pfeile eliminieren und auch auf der Seite von N noch E ‚É einbauen.

    Ich hoffe, dass Du damit was anfangen kannst.

  3. @Marie-Christine: Und damit befeuerst du meine ohnehin gehegte Befürchtung, dass die neue Grafik ihren Rahmen sprengen würde, bestärkst mich aber auch darin die Merten’schen Modelle in ihrer bestehenden Form als Basis weiterzuverwenden.

    Deine Hinweise sind auf jeden Fall allesamt sehr hilfreich und nachvollziehbar, so dass ich morgen eine dritte (und hoffentlich auch letzte) Grafik aufsetzen werde.
    Was dann noch unklar bleibt, muss über den Fließtext zu lösen sein.

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