Web Literacy Lab – Gedanken zum Vortrag von Heinz Wittenbrink

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Heinz Wittenbrink, seines Zeichens Lehrender am FH Johanneum in Graz, der Partnerhochschule der Hochschule Darmstadt, ist für ein paar Tage in den hiesigen Gefilden zugegen, um ein paar Einblicke in die Projekte und Ideen der österreichischen Studienkollegen zu ermöglichen. Eine erste Gelegenheit dafür war sein heutiger Vortrag über das angestrebte Web Literacy Lab, ein (noch konzeptionelles) Unterfangen, das insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten des Webs näher bringen und diese begreifbar machen möchte. Dabei sollen Kommunikatoren die Position eines Facilitators (oder auch Enablern) einnehmen, die als Mittler und Wegweisende Richtungen vorgeben und erklären können. Seinen Vortrag kann man unter anderem auch auf prezi.com einsehen.

Während des Vortrags kamen mir ein paar Gedanken, die teils auch in der großen Runde aufgegriffen wurden, die durchaus einen gewissen Reiz in diesem Modell aufblitzen lassen. So wurde ins Rund gefragt, ob man sich vorstellen könnte neben den während des Studiums ausgebildeten Facetten des Journalismus und der PR auch eine dritte Stufe als eben solcher Enabler annehmen zu können bzw. ob man diese Rolle als eine zukunftsfähige interpretiert. Meine Meinung: ja, auf jeden Fall, allerdings müsste mehr getan werden, als das Web alleine begreifbar zu machen.

Das Netz wächst und wandelt sich in einer Geschwindigkeit, die nach Aussage von Wittenbrink unter anderem dafür sorgt, dass seine Lehrinhalte innerhalb von fünf Jahren durch die steten Veränderungen in der Gegenüberstellung obsolet werden würden.

In dieser ständigen Bewegung einen Weg weisen zu können, den dem Netz ferne bis fremde Unternehmen noch nicht beschreiten können oder wollen, ist auf jeden Fall mehr als wichtig, allerdings müssen im Gegenzug ein paar Grundvoraussetzungen von Seiten der Unternehmen erfüllt werden, die ich aus eigener Erfahrungen in vielen Bereichen noch nicht sehe: die Bereitschaft sich den Gepflogenheiten des Netzes anzupassen, das Klären und Zulassen von Zuständigkeiten in der Kommunikation, die nicht direkt durch den Chef kontrolliert werden, die Offenheit tatsächlich Informationen über das Unternehmen preisgeben zu wollen, obwohl es der bisherigen Kommunikatoinsstrategie widerspricht, das Zurechtlegen einer Online-Strategie, die nicht sofort auf einen ROI zielt und Online-Kommunikation als langfristigen Prozess verstehen möchte …

Der Bedarf für ein derartiges Konzept und auch ein derartiges Berufsfeld des Enablers/Facilitators ist zweifellos da, kommt für manche Unternehmen in ihrem Verständnis und ihren Strukturen aber dennoch teils ein bis zwei, wenn nicht gar drei Jahre zu früh – obgleich laut Wittenbrink oftmals ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, dass man sich eigentlich schnellstmöglich ändern müsste.

Allem Anschein nach muss ich mir dazu noch ein paar Gedanken machen. Gibt es Einwürfe seitens der Leserschaft?

photo credit: gualtiero via photopin cc

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