„Do you dare to fill these shoes?“

Wer sich mit Basketball im Allgemeinen und der NBA, der US-amerikanischen Profiliga, im Speziellen auseinandersetzt, der fiebert den heißesten Wochen des Jahres entgegen. Anfang Juli beginnt die Zeit der spektakulären Wechsel, wenn die nun vertragsfreien Spieler von den Teams der Liga umworben werden.

Zum Verständnis: anders als im europäischen Sportbusiness gibt es in der NBA keine reinen Ablösesummen, um die Athleten von ihren Klubs loszueisen. Vielmehr werden Akteure entweder mehr oder minder eins zu eins mit gleichwertigem Personal aufgewogen (was durchaus vier Spieler und mehr im Tausch für einen Superstar von einem Team zum anderen befördern kann) oder aber es wird bis zum Ablauf eines bestehenden Vertrages gewartet und man bemüht sich dann um die Aufmerksamkeit des zu verpflichtenden Günstlings. Ein weiteres Problem dabei: Die interessierten Teams dürfen sich faktisch erst mit Beginn der Transferperiode mit ihren Wunschspielern zusammensetzen und verhandeln! Jegliche vorherige direkte Kontaktaufnahme wird von der Liga mit harten Sanktionen bestraft. Gemessen an der Qualität der Spieler, die diesen Sommer im übertragenen Sinne ablösefrei auf dem Markt zu kriegen sind, überschlagen sich die meisten Teams auf der Suche nach ihrem nächsten Star förmlich mit Angeboten, die sie erst jetzt effektiv ansprechen dürfen.

Einer dieser ablösefreien Spieler ist LeBron James, der als das Basketball- und Medien-Phänomen der letzten Jahre im Dienste der Cleveland Cavaliers nicht weniger als das ist, was Michael Jordan in den späten 1980ern und 1990ern war. Experten diskutieren seit Monaten, wohin es „King James“ verschlagen wird, da diese Personalie allein eine erdrutschgleiche Auswirkung auf den kompletten Spielermarkt haben dürfte.

Um den Basketball-Messias für die Mannschaft der Chicago Bulls zu begeistern, hat sich eine Marketing- und Werbeagentur aus der „Windy City“ eine mehrwöchige Kampagne einfallen lassen, die dieser Tage ihren vortrefflichen Abschluss fand – mit dem Zusenden eines mysteriösen Päckchens an James, überbracht durch einen NBA-Repräsentanten. Der Inhalt: ein Schuhkarton mit einem Paar Nike-Sneakers der Marke „Air Jordan“, versehen mit einem Klappentext auf der Innenseite des Deckels, der es in sich hat:

Die Anspielung auf den allabendlichen Vergleich mit der lebenden Legende Michael „Air“ Jordan, der die Chicago Bulls mit sechs NBA-Championships zum erfolgreichsten Team der 1990er machte, ist nun also der große Köder, der LeBron James zur richtigen Entscheidung und Chicago endlich wieder einen Meistertitel bringen soll. Ob es tatsächlich funktioniert wird sich noch zeigen, eine meisterhafte Leistung war diese Kampagne aber schon jetzt.

2 Kommentare

  1. AHH, endlich mal ein Thema, das die Welt braucht🙂

    http://twitter.com/InsideHoops

  2. Sehr schön! Will nicht wissen was Miami dann so in Richtung Akron geschickt haben muss…

    Wobei… glaubt man den Gerüchten, so sollen die Trades nach Florida schon Monate vorher festgestanden und die drei sich abgesprochen haben… find den Artikel dazu leider nicht mehr. Damn!

    Viele Grüße

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