In eigener Sache: Vortrag „white men can’t jump … but tweet – Twitter in der Basketball-Bundesliga“

Mittwochabend war es wieder soweit: Twittwoch in Frankfurt am Main. Doch dieser Twittwoch hatte einen ganz besonderen Hintergrund. Denn mit diesem vierten Event der Reihe wurde die nun regelmäßig stattfindende thematische Ausrichtung der Veranstaltungen eingeläutet – und dieser Abend stand ganz im Zeichen des Sports. Daraus ergibt sich schließlich der Sport-Twittwoch und ich war nach drei Runden als interessierter Zuschauer dieses Mal als Speaker geladen.

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich noch einmal bei Kersten A. Riechers und Andrea Otto bedanken, die mich auf die Rednerliste gehievt und einen wunderbaren Abend organisiert haben, sowie bei meinem Arbeitgeber talkabout communications, die mich netterweise im Gegenzug für ein kleines Branding der Slides freigestellt haben, um zu später Stunde meinen Senf zum Thema Twitter in der Basketball-Bundesliga abgeben zu können (wie sollte es bei meiner Vita und Diplomarbeit auch anders sein?).

Das Ganze geschah in Anlehnung an einen der unterhaltsamsten Basketballfilme ever unter dem Titel „white men can’t jump … but tweet – Twitter in der Basketball-Bundesliga“ und soll mit diesem Blogpost um ein paar Punkte ergänzt werden, die ich in meinem Vortrag einstreute. Nun denn, genug der Vorworte, rein geht’s in die Präsentation.

Slide #02 – Zu meiner Person
Eine kurze Vorstellung meinerseits, die einen groben Überblick darüber gibt, mit welcher Berechtigung ich vor knapp 50 Zuhörern referieren durfte. Dass sich noch eine Karriere als aktiver Vereinsspieler und Jugendcoach dazugesellt, dürfte kaum überraschen😉

Slide #03/#04
Die große Frage, die mir während meiner Recherchen zu meiner Diplomarbeit immer wieder in den Sinn kam: „Hat Basketball (in Deutschland) ein Image-Problem?“
Eine Frage, die ich auch den Anwesenden im Raum stellte, und sie die Namen der ihnen bekannten Basketballmannschaften aufzählen ließ. Die üblichen Verdächtigen wie ALBA Berlin oder der Lokalmatador DEUTSCHE BANK SKYLINERS fielen recht schnell, danach wurde es schon etwas dünner, aber es wurden doch mehr Teams genannt, als ich erwartet hätte … Bei den Nationalspielern abseits Dirk Nowitzkis bestätigten sich dann allerdings meine Erwartungen bezüglich der Unwissenheit. Ein Umstand, den man dem Publikum aber kaum anlasten kann, schließlich sprechen wir von einer Randsportart.

Slide #05 – Basketball in Deutschland: Die Fakten
Dem unterhaltsamen Namedropping folgten schließlich die kalten Zahlen in Form einer kleinen Grafik, wie sich die Mitgliederzahlen des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) in den letzten zwanzig Jahren entwickelt haben. Natürlich kam mit dem US-amerikanischen „Dream Team“ bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 der weltweite Basketball-Boom, der auch unsere Gefilde erreichte, gefolgt vom EM-Titel der deutschen Mannschaft oder auch dem Auftreten von Detlef Schrempf und Dirk Nowitzki in der NBA. Doch dann, im Jahr 2002, folgte nach dem Mitgliederhoch das Tief, von dem man sich immer noch zu erholen versucht – und zwar immer mit der Konkurrenz weiterer Sportarten vor der Nase und im Nacken.

Slide #06 – Basketball in Deutschland: Die Fakten
Schaut man sich nämlich die Mitgliederverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gemäß ihrer Mitgliederzahlen an, muss man feststellen, dass Basketball weitaus größere Probleme hat, als sich nur mit Handball, Eishockey und Volleyball um den Platz hinter „König Fußball“ zu streiten. Die Konkurrenz beginnt schon bei Exoten wie Tanzen, Golf, Sportfischen [sic!] oder aber den Schützen, hinter denen Basketball weit zurückbleibt. Man wird sich denken können, dass diese Zahlen ein gewisses Erstaunen ausgelöst haben. So etwas erwartet ja auch keiner, obgleich es in der Überlegung logisch erscheint. Jedes noch so kleine Dorf hat mindestens zwei Wiesen, die als Fußballplatz für Pflichtspiele genutzt werden (können), oder einen See/Fluß in der Nähe, in den man seine Angelrute ausrollen kann. Den FIBA- bzw. DBB-Regeln angemessene Sporthallen mit Spielfeldmarkierungen und geeigneten Korbanlagen sind da schon rarer gesät … von der Verbreitung bzw. Streuung ortsansässiger Basketballvereine oder –abteilugen in den hiesigen Sportvereinen ganz zu schweigen. So versteht man auch, warum Basketball den Status einer Randsportart inne hat. Qua Definition spricht man schließlich entweder bei mangelndem medialen Interesse (Check!) oder auch im Vergleich zur Bevölkerung niedrigen Aktivenzahlen (ebenfalls Check!) von einer Randsportart.

#Slide 07 – Basketball in Deutschland: Die Fakten
Dabei steht die Entwicklung der Basketball-Bundesliga unter komplett verkehrten Vorzeichen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zuschauerzahl verdoppelt, woran modernere wie größere Hallen natürlich nicht ganz unschuldig sind. Bedenkt man allerdings, dass die durchschnittliche BBL-Halle zwischen 3.500 und 5.000 Fans fasst, sind das mehr als gute Werte, die – je nach Verein – eine beachtliche Auslastung von weit über 80, ja bis zu 96 Prozent ergeben.

#Slide 08 – Die Basketball-Bundesliga: Überblick
Zur Liga an sich muss man nicht viel sagen. Neben der Volleyball-Bundesliga ist die BBL eine der jüngsten Profiligen in Deutschland und ähnelt im Aufbau natürlich dem aus der Fußball-Bundesliga bekannten System der 18 Teams bei 34 Spieltagen, nur um dann doch noch die Playoffs oben drauf zu setzen. Der wahrscheinlich wichtigste Punkt ist allerdings die Tatsache, dass die Vereine der Basketball-Bundesliga die Erlaubnis zum Namenssponsoring haben, um den Klubs die Option zu geben auch auf diese Wege Einnahmen generieren zu können, die man als spielerische Organisation in einer Randsportart einfach braucht. Ganz im Gegensatz zum DFB, der in seinen Statuten explizit das Namenssponsoring verbietet (und somit Vereine wie RasenBallsport Leipzig schafft, hinter denen mit RedBull natürlich ein namhafter und finanzstarker Sponsor steht, der im Namen nicht vorkommen darf und sich dann mit RB Leipzig ein assoziatives Kürzel ausgedacht hat).

Und nebenbei: seit diesem Sommer läuft auch die neue Imagekampagne der Beko BBL, die auf den Zauber dieser wirklich fantastischen Sportart aufmerksam machen soll.

#Slide 09 – Die Basketball-Bundesliga: Die Teams
Aber was heißt das für die Teams? Ganz einfach: sie gehen Deals mit Unternehmen und Finanziers ein, die sich im Basketball engagieren wollen/das geforderte Geld für ein Sponsoring zahlen. Dabei kommen dann Teamnamen heraus, die es dem nicht ganz so basketball-affinen Zuschauer schwer machen sich mit einem Team zu identifizieren. Bin ich als Fan der EnBW Ludwigsburg ein Ludwigsburger, ein EnBW-ler oder etwas anderes? Man weiß es nicht. Bei Kooperationen mit unbekannten Firmen wird es noch interessanter. Wie viele Menschen, die nicht aus dem Gießener oder Bamberger Raum kommen, können etwas mit LTi oder eben Brose anfangen? … Eben, nicht viele. Und so bleibt den Vereinen nur die Option sich in der Region zu etalieren, um dort Aufmerksamkeit (und somit auch Einnahmen) generieren zu können.

#Slide 10 – Die Basketball-Bundesliga: Regionalität als Problem
Was uns zum nächsten Problem der Beko BBL bringt. Es mangelt an (Großstadt-)Klubs, die es schaffen könnten in einem urbanen Umfeld für einen Basketballhype zu sorgen, der auch überregional wahrgenommen wird. Das hat auch Thomas Braumann letztes Jahr erkannt, als er mit seinem aufgezeigten Statement den Anstoss für die Entwicklung der neuen Imagekampagne der Basketball-Bundesliga gab. Die Bemühungen des FC Bayern zur Etablierung des Basketballs in München könnten sich im Best Case auch zu einem Glücksfall für den nationalen Basketball entwickeln. Bis dahin bleiben die Basketballhochburgen allerdings entweder in den „ruhigeren“ Regionen (Bamberg oder auch Göttingen, die mit Tradition und Enthusiasmus für den Sport glänzen können) oder aber in Berlin, das immer wieder gute Teams stellt.

#Slide 11 – Die Basketball-Bundesliga: Medienpräsenz
Das finale Problem in der Außendarstellung bzw. Wahrnehmung der BBL: die mangelnde Medienpräsenz. Bei meinen Diplomarbeitsrecherchen konnte ich feststellen, dass die größeren Medien im Print nur bei zwei Szenarien die Berichterstattung aufnahmen: Meisterschaften oder aber Insolvenzen von Basketball-Bundesligisten. Letztere (oder auch knappe Lizenzvergaben) gab in den letzten Jahren leider häufiger, so dass das Sportliche nicht ganz grundlos in der öffentlichen Wahrnehmung irgendwann nach hinten wegzukippen droht(e). Die kleineren Medien bzw. Printangebote beschränken sich in ihrer Berichterstattung verständlicherweise wiederum auf die in ihrer Region ansässigen Teams. Ein Umstand, der sich auch im Radiobereich wiederfindet. Vor der eigenen Haustür kehrt es sich am leichtesten … Es folgt die Achillesferse der Basketball-Bundesliga: die TV-Präsenz der letzten Jahre. Seit dem Millenium hat man satte sechs Sendeplattformen verschlissen (DSF, Sat.1, premiere, Eurosport, eine eigene IPTV-Plattform mit pay-on-demand pro Spiel, wieder premiere und seit Herbst 2009 wieder DSF/sport1), die das Produkt Basketball durch wechselnde Sendezeiten und Formate bis zu einem gewissen Punkt so „unattraktiv“ werden ließen, dass es im Free-TV keinen Platz mehr fand.

Sechs lange Jahre war dies der Fall. Sechs Jahre, in denen man den (schwach) aufkommenden Hype um Dirk Nowitzki in der NBA und Nationalmannschaft über seine Teamkameraden im DBB-Dress hätte weitertransportieren können. Dem war nicht so, und so kennt man heute nach wie vor nur Nowitzki als Nationalspieler, ehe nach langem Grübeln noch ein weiterer Name fallen könnte …

Doch zum Glück gibt es ja noch das Internet. Und das ist fest in der Hand der Fans, die sich mangels Alternativen in den klassischen Medien ihre eigene Komfortzone schufen, um sich über ihren Lieblingssport austauschen zu können (bestes Beispiel: das Forum schoenen-dunk.de, das sich zur absoluten Nummer eins-Quelle für Diskussionen rund um Basketball entwickelt hat und auf monatlich weit über vier Millionen Besuche kommt). Eine Tatsache, die auch die Vereine erkannt haben und sich nun nach und nach in diese neuen Sphären des Social Web und Co. vortasten.

Slide #12 – Die Basketball-Bundesliga: Wie Social Media einordnen?
Aber auch das passiert aus Sicht der Vereine mit einem gewissen Zögern. Oder erfrischender Naivität. Je nach Blickwinkel. Die in meiner Diplomarbeit recherchierten Ansatzpunkte sind Beobachtern, die sich auf abseits des Sports mit Online-Kommunikation und Social Media auseinandersetzen, auch aus der Unternehmenskommunikation bekannt. Einfach einmal Social Media machen, weil man es kann, oder der Praktikant angefangen hat, sind ebenso genannte Punkte, die sich mit der althergebrachten Denke, dass die klassischen Medien nach wie vor das Ultimo für eine ausgewogene Kommunikation sind, oder auch Angst vor der eigenen Courage im Web die Waage halten.

[Ich möchte an diesem Punkt aber auch festhalten, dass ich für den Vortrag bewusst die eher negativ aufstossenden Ansätze aufgezeigt habe, um die doch überraschend ausgeprägten Parallelen zwischen einer Randsportkommunikation und eben auch der bekannten Unternehmenskommunikation zu unterstreichen, wenn es um die Einbindung von Social Media in die Außendarstellung geht. Ich bin auch auf ganz wunderbare Ansichten und Herangehensweisen der Klubs gestossen, die mein Herz vor Freude hüpfen ließen. So schwarz, wie ich das Bild also gezeichnet habe, ist die Situation natürlich nicht.]

Slide #13/#14/#15 – Twitter in der Basketball-Bundesliga: Die Teams / Accounts / platzierte Accounts
Für die Twitter-BBL bedeutet das schlussendlich, dass sich von den 18 Teams der Liga (#13) nur drei bislang eines Accounts enthalten (#14) und weitere drei auf eine Verlinkung ihrer Zwitschereien auf der Startseite ihre Website verzichten (#15). Während meiner Recherchen war dieser Status noch etwas heikler, aber mit dem Comeback der Gießen 46ers sowie dem Aufstieg des BBC Bayreuth sind nun doch zwei weitere Accounts dazu gekommen.Eine Übersicht der Twitter-Bundesliga findet sich übrigens auch beim sportmanager, der sämtliche Vereine aufgelistet hat (auch für Facebook-Präsenzen).

Slide #16 – Twitter in der Basketball-Bundesliga: Follower-Tabelle
In der Follower-Tabelle nimmt ALBA Berlin als langjähriger Branchenprimus auch hier den Spitzenplatz ein. Verdientermaßen, wie ich sagen muss. Die Arbeit, die man in der Hauptstadt leistet, ist beachtlich. Mit klarem Abstand folgt überraschenderweise bereits Oldenburg, die man zwar nicht auf dem Zettel haben muss, aber ebenfalls ganz wundervolle Kommunikation via Twitter betreiben.

Einen weiteren Blick ist übrigens auch die Positionierung des BBC Bayreuth wert. Als Aufsteiger aus dem Stand gleich acht Ligakonkurrenten hinter sich zu lassen ist beachtlich – obgleich man auch ergänzen muss, dass der BBC bereits in der zweiten Liga sehr aktiv getwittert hat und dort abseits des ganz großen medialen Interesses in Ruhe ausprobieren konnte, wie alles funktioniert. [Stand der Followerzahlen: Mittwoch, 15. September 2010, ca. 15.00 Uhr]

#Slide 17 – Grenzenlose Möglichkeiten im Web
Was alles funktioniert, zeigen die folgenden Slides. Für die Vereine ist der Schritt ins Web allerdings ein immanent wichtiger, da sich im Netz dank fehlender lokaler und regionaler Beschränkungen ganz andere Fan-/Zielgruppen erreichen lassen.

#Slide 18 – Einsatzmöglichkeiten: Informationen für die Presse
Twitter ist ein Informations- und Nachrichtenmedium, keine Frage. Die Art der Information, die mit anderen geteilt wird ist jedoch entscheidend, um aus den Accounts einen Mehrwert für die anvisierten Zielgruppen generieren zu können. Ganz grob lassen sich diese Zielgruppen natürlich in die gleichen zwei einteilen, wie sie auch in der altbewährten Kommunikation angesprochen wurden. Zum einen die Presse als mediales Sprachrohr, zum anderen die Fans, die nach Informationen ihrer Mannschaft gieren. Für die Presse immer wieder gerne gesehen sind natürlich Spielernews, wie sie bei Neuverpflichtungen, Einsätzen für die Nationalmannschaft oder eben auch grundlegenden Infos über das Fortbestehen des Vereins anfallen. Was nicht bedeuten soll, dass diese Infohappen nicht auch für die Fans interessant wären …

Slide #19 – Einsatzmöglichkeiten: Informationen für die Fans
Dennoch bedürfen die Fans auch vieler Angaben, die für einen Außenstehenden nur von bedingtem Interesse wären. Welche Trikotnummer hat mein Lieblingsspieler in dieser Saison?, wohin zieht der Fanshop?, oder auch der Hinweis auf eine bald verfügbare englischsprachige Version der Teamsite sind für die Anhänger nicht minder unwichtig, wie die Neuverpflichtung eines Spielers.

Slide #20 – Einsatzmöglichkeiten: Live-Tickering
Das Live-Tickering hat sich mittlerweile bei den meisten Teams zu einem festen Service entwickelt, der je nach Ressourcen (Zeit, Geld, fähiges Personal) mit Viertelzusammenfassungen auskommt oder so gut wie jede Aktion begleitet. In den Testphasen kam es bei den Vereinen dabei durchaus gerne einmal zu 80 bis 120 Tweets für ein einziges Spiel, was zu einer „verstopften Timeline“ führte und somit mehr als suboptimal war. Doch wie gesagt, mittlerweile haben die klub-eigenen Twitterverantwortlichen ihren Rhythmus gefunden.

#Slide 21 – Einsatzmöglichkeiten: Mobilisierung
Natürlich kann man Twitter (wie Social Media im Allgemeinen) auch dazu nutzen, um die eigenen Fans für Abstimmungen u.ä. zu mobilisieren. Am Beispiel der Wahl des „Most Likeable Player“ lässt sich erkennen, dass dies durchaus funktionieren kann, da man die Fans dort abholen kann, wo sie sich mittlerweile fast schon zwangsläufig am häufigsten/längsten aufhalten: im Internet.

#Slide 22 – Einsatzmöglichkeiten: Umsatzsteigerung
Hinweise auf Rabattaktionen, vergünstigte „Auslaufwaren“ der letzten Saison oder aber auch auf die neu erschienen Dauerkarten zum Sonderpreis für treue Fans gehören selbstverständlich ebenfalls zum Repertoire der Einsatzmöglichkeiten. Ich persönlich sehe den Einsatz von Twitter als Verkaufskanal immer recht skeptisch, da sich die Frage nach dem Mehrwert und der Nachhaltigkeit stellt, wenn primär der Umsatz gesteigert werden soll, doch in den kleinen Dosen, wie es die BBL-Klubs in 140 Zeichen handhaben, ist es noch vertretbar.

#Slide 23 – Einsatzmöglichkeiten: Blick hinter die Kulissen
Ein aus Sicht der Basketballfans leidiges Thema. Während im Fußball jede Auslosung, jeder Spielervorstellung und jeder noch so (scheinbar) unbedeutende Termin mit einem medialen Aufgebot begleitet wird, dass einem Staatsakt gleichkommt, sucht man als Freund des orangenen Leders vergeblich nach einem vergleichbaren Angebot. Deshalb nehmen die BBL-Teams das Heft lieber selbst in die Hand und begleiten Events wie die Auslosung für die europäischen Wettbewerbe gleich selbst (siehe Telekom Baskets Bonn). Das Streuen von Links zu Interviews oder Bachgroundstories fällt ebenfalls in diese Kategorie. Ein Zeitungsinterview des Trainers in einer regionalen Zeitung kriege ich nur bedingt bis überhaupt nicht mit, wenn Gevatter Zufall nicht hilft. Mit einem entsprechenden Tweet könnte dies hingegen schon eher gelingen, jedoch spielt auch hier etwas Glück mit, ob ich das Update bei der schieren Flut an Nachrichten in meiner Timeline überhaupt mitbekomme. Klar.

#Slide 24 – Einsatzmöglichkeiten: Dialog
Muss ich als Verein/Institution/Organisation mit meinen Fans in den Dialog treten? Nein, muss ich nicht. Aber die Vereine wollen sich dennoch gerne mit ihren Fans austauschen, bieten Social Media doch einen direkten Rückkanal an, der in der Melange aus Tweets, Re-Tweets, Mentions oder auch Kommentaren und Like it’s bei Facebook ein ganz gutes Bild darüber abgibt, was die Fans an Informationen haben wollen.

#Slide 25 – Die Basketball-Bundesliga: Wie Social Media einordnen?
Dieses abschließende Zitat spiegelt wohl am ehesten wider, wie es um die Adaption von Social Media bestellt ist – nicht nur im Basketball, eigentlich in den meisten Branchen. Das Interesse ist ebenso da wie ein Verspüren der Faszination für die neuen Medien, nur will man sich doch lieber erst einmal zurückhalten und beobachten, was die Konkurrenz macht, ehe man mit Fehlern auf der Nase landet. Ob diese Zurückhaltung nicht jedoch nach hinten losgeht und der Zug nicht schon abgefahren ist, wird sich zeigen.

#Slide 26 – Noch Fragen …?
Danke für’s Zuhören/Durchlesen des Ganzen. Solltet ihr noch Fragen oder den Wunsch nach einer weiteren Diskussion haben, meldet euch jederzeit bei mir. Ich würde mich über einen weiteren Austausch mehr als freuen.

[Ergänzung: Schon während meines Vortrags wurde ich gefragt, wer denn die Menschen hinter den zitierten Aussagen sind. So gerne ich eure Neugierde befriedigen würde, so sehr bin ich auch an mein vereinbartes Stillschweigen gebunden, dass keine Namen genannt werden würden. Sorry for that.]

3 Kommentare

  1. Hallo Daniel,

    danke für die Präsentation. Basketball UND Social Media in einem Vortrag finde ich großartig. Ich selbst verfolge fast nur noch die NBA und die Nationalmannschaft. Früher war der Sonntagnachmittag im DSF Pflicht, diese Zeiten sind aber vorbei. Ab den Playoffs gucke ich dann mal wieder etwas häufiger, was sich in Deutschland tut, aber irgendwie doch nur halbherzig.
    Ich habe mich zwar nicht so detailliert mit der Thematik befasst wie du, stimme mit deiner Analyse aber überein.

    Zwei Anmerkungen, die weniger mit Social Media zu tun haben, würde ich gerne ergänzen:

    1. Meiner Meinung nach hat der DBB einen großen Fehler gemacht, indem er es versäumt hat, sich in der Nowitzki-Zeit um die Ausrichtung einer EM oder WM zu bemühen. Hier hätte man mit Nowitzkis Generation um Femerling, Greene, Roller, Okulaja, Garris usw. im eigenen Land eine Mannschaft auf das Parkett schicken können, die sowohl sportlich als auch charakterlich neue Fans für den Basketball gewonnen hätte. Selbst für die jungen Spieler wie Ohlbrecht, Pleiß, Schwethelm, Benzing & Co. trifft das mit Abstrichen zu – mit Nowitzki als sportlichem und medialem „Zugpferd“. Eine EM oder WM in Deutschland in der Ära Nowitzki hätte ein Anstoß sein können, um den Weg aus der Regionalität zu finden.
    Weißt du, ob es in den letzten Jahren ernsthafte Versuche gab, ein solches Turnier nach Deutschland zu holen? Ein Verantwortlicher hat, soweit ich mich erinnere, mal in einem Interview gesagt, dass das einer der großen Vorwürfe sei, die der DBB sich selbst machen müsse.

    2.
    Du erwähnst in deinem Vortrag, dass die Angebote im Web fest in der Hand der Fans sind. Den Eindruck habe ich auch und ich finde, dass da gute Inhalte zustande kommen. Dennoch wäre nach meiner Einschätzung ein deutsches umfangreiches Pendant zu nba.com notwendig. Hier könnte und sollte man dann natürlich auch die Social Media-Karte spielen.

    Ob und wie der deutsche Vereinsbasketball darüber hinaus gerettet (oder ist das zu schwarz gesehen?) werden kann, weiß ich nicht. Grundvoraussetzung, um das regionale Interesse auszudehnen, ist meiner Meinung nach eine erfolgreiche Nationalmannschaft. Erfolgreich kann kurzfristig „erfrischend“ und „jung“ (so wie bei dieser WM) bedeuten, mittel- und langfristig wird es aber an guten Platzierungen festgemacht werden (so wie bei dieser WM nicht). Hier bin ich für die EM im nächsten Jahr eher pessimistisch und halte die Quali für Olympia 2012 für kaum zu schaffen.
    Das Projekt „München“ finde ich übrigens interessant. Mit der Verpflichtung von Star-Trainer und -Spielern plus einem großen Vereins-/Marken-Namen hatte ich den Eindruck, dass die mediale Aufmerksamkeit schon größer ist als bei den meisten Erstligisten.

    Viele Grüße
    Nicolai

    1. Hi Nicolai, gern geschehen. Um auf deine Frage nach einer Turnierbewerbung einzugehen: einen wirklich, wirklich ernsthaften Versuch hat es von Seiten des DBB nicht gegeben. Umso bitterer ist es, dass man sich nun um die EM 2015 bewirbt. Zu diesem Zeitpunkt wird Nowitzki 37 Jahre auf dem Buckel haben und ob er dann noch das Nationaltrikot trägt ist unwahrscheinlich. So wäre das Turnier wohl die Bühne für Pleiß, Benzing und Co. …

      Ein Dach, wie es die NBA bietet wäre in der Tat eine optimale Lösung, aber davon sind wir noch eine ganze Ecke entfernt. Mit dem neuen Image-Campaigning geht man aber einen ersten, einen richtigen Schritt, der u.a. eben auch ins Web führt.

  2. […] BERLIN startet erstes Social Media Clubhaus Die deutsche Basketball-Bundesliga hat sich seit meinem Vortrag auf dem Twittwoch Frankfurt Mitte September 2010 in Sachen Social Media und Social Web enorm gesteigert und einen wirklich, […]

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