Show some love: Opernwerkstatt Heidenheim

Es gibt Kombinationen, die funktionieren mit Social Media einfach. Social Media und Eventberichterstattung. Check. Social Media und Sport. Doppelcheck. Social Media und Oper. Che… ähm, einen Moment. Oper?

So in etwa war mein erster Gedankengang, als mir Christian de Vries, den ich nicht nur als Kommunikationsprofi, sondern auch als guten Freund sehr schätze, vor ich glaube mittlerweile eineinhalb bis zwei Jahren erstmals von seiner Idee erzählte die über die Region hinaus bekannten Opernfestspiele in Heidenheim mit Social Media verzahnen zu wollen. Das Projekt als ambitioniert zu bezeichnen war damals noch geschmeichelt, als es in die erste Saison der Opernwerkstatt Heidenheim ging.

Denn Christian hatte gleich an mehreren Fronten zu kämpfen. Social Media waren zum Zeitpunkt, als er seine Vorstellungen das erste Mal bei den Verantwortlichen präsentierte, im Kulturbereich noch ein Buch mit sieben Siegeln und im Verständnis der Entscheider schwerer umzusetzen als eine für jeden verständliche Aufführung von „Warten auf Godot“.

Es hieß also Überzeugungsarbeit zu leisten, dass man eine enorme Chance hätte, um das Thema Oper auf ansprechende Art und Weise zu verpacken. Ein Ansatz, mit dem er wiederum recht zügig auf offene Ohren und Experimentierfreude stieß, nachdem die erste Scheu abgelegt war. Doch dann war da noch das Problem der öffentlichen Wahrnehmung des Themas Oper.

Und jetzt hebt mal bitte ganz ehrlich die Hand, wenn ihr beim Gedanken an die Oper nicht sofort an ein prunkvolles Gebäude mit hohen Säulen, rotem Teppich zur Abendvorstellung, über die Maßen chic gekleidete Menschen in Frack oder Smoking für die Herren und extravagante Kleider für die Damen und schwer verständliche Gesangsdarbietungen denkt, mit denen ihr nichts anfangen könnt. Seht ihr, gar nicht so einfach so ein Thema erden zu wollen, wenn die eigene Vorstellung so weit ab vom Schuss ist. Denn die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen. Und obendrein spielen die Opernfestspiele in Heidenheim in einer ganz eigenen Liga – bei der Kulisse angefangen über das Programm bis hin zum Schauspielerensemble – und muss sich bei ihrer Qualität vor keinem Haus verstecken.

Nach einer Saison, die für Christian und seine Helfer viel Lernen durch Versuchen bedeutete, hat er nicht nur die Oper als solche kennenlernen können, sondern sich auch auf vielen Ebenen mit den Blickwinkeln, Sorgen und Eigenheiten der Darsteller, der Organisatoren, der Verantwortlichen, der Mannschaft im Hintergrund und auch der Besucher beschäftigen können. Folglich also genug Möglichkeiten, um sich noch tiefer einarbeiten und neue Ideen entwickeln zu können.

Ich muss es wissen. Denn jedesmal, wenn ich mich mit Christian unterhalten habe, kamen wir wieder auf die Opernwerkstatt zu sprechen. Und jedesmal waren es für mich hochinteressante Gespräche, da ich zum einen den völlig unbeteiligten Blickwinkel eines Außenstehenden einbringen durfte, Christian mir im Gegenzug aber mit seiner Begeisterungsfähigkeit nicht nur die feinen Nuancen seines Tuns und seiner Ideen vermittelte, sondern auch immer wieder darüber berichtete, welche Prozesse die Opernwerkstatt im Kulturbereich an sich sowie im Verständnis der Beteiligten zum Nutzen von Social Media angestossen hatte.

Mit all diesem Vorwissen und den Ideen im Kopf ist die Opernwerkstatt Heidenheim jüngst in die zweite Social-Media-begleitete Spielzeit gegangen. Das Ensemble steht voll und ganz dahinter und macht viele Späße mit, wie etwa auch die etablierte Reihe „Helden am Herd“ oder Portraits der Darsteller und auch Helfer, die eher selten diese Form der Aufmerksamkeit bekommen. Man merkt einfach, es fließt unheimlich viel Herzblut in dieses Projekt, für das Christian in diesem Jahr sogar einige weitere Helfer organisieren konnte, so dass man nun ein wirklich gut aufgestelltes Team zur Hand hat, um tollen Content zu produzieren.

Aber, und jetzt kommt das aber, all der gute Content und die Arbeit, die dort hineingesteckt weird, verpuffen in den Weiten des Webs. Heute morgen noch habe ich eine ganz kurze Diskussion auf Twitter mitbekommen, deren Quintessenz ganz einfach ist: die beste Qualität ist mehr oder minder verloren, wenn niemand mitkriegt, dass es sie gibt. Und Gleiches gilt leider für die Opernwerkstatt.

Darum dieser Blogpost. Weil es mir eine Herzensangelegenheit ist, dass die wunderbare Arbeit, die dort von Christian und seinem Team, aber auch vom Ensemble der Festspiele und den Verantwortlichen geleistet wird, mehr Aufmerksamkeit bekommt, als sie aktuell genießt. Ich hoffte, es wäre insgesamt die Aufmerksamkeit, die die Opernwerkstatt verdient hat, aber das wird dieser eine Blogpost kaum schaffen. Trotzdem möchte ich einen kleinen Wunsch äußern: Wenn ihr das hier lest und Gefallen an der Opernwerkstatt Heidenheim findet, dann schaut sie euch genau an, schenkt ihr ein „Like“ auf Facebook, folgt ihr auf Twitter oder habt Spaß am YouTube-Kanal sowie dem flickr-Stream, und zeigt ein bisschen Liebe. Nicht mehr, nicht weniger.

Danke.

3 Kommentare

  1. *verbeug* Danke!

  2. […] Heidenheim Ich habe erst vor Kurzem gesagt, wie toll ich das Projekt Opernwerkstatt Heidenheim finde. Und weil sich seitdem nichts daran geändert hat, sage ich es noch einmal: Schaut euch das doch […]

  3. […] schon länger hier mitliest, der weiß, dass ich ein großer Fan der Heidenheimer Opernwerkstatt bin, die sich mit der Verschmelzung von Oper und Social Media am […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: