Google Plus: I don’t get it

Okay, kurzer Zwischenstand: Google Plus ist seit gut drei Wochen online und nach wie vor eine Beta-Version, wird aber schon jetzt als das nächste große Ding abgefeiert, obwohl niemand auch nur im Ansatz sagen kann, in welche Richtung sich alles entwickeln wird. Was soll der Hype? Warum diese überstürzten Schnellschüsse abgeben und sich ad hoc darauf versteifen wollen, welchem Dienst man nun den Rücken kehrt, wer todgeweiht ist und überhaupt und sowieso? Am sinnigsten ist da noch die Aussage von Kerstin Hoffmann, die klarstellt, dass sie selbst (wie wohl jeder andere auch, der sich der Sache mit einer gewissen Ernsthaftigkeit widmet) noch dabei ist sich mit dem wirklichen Plus des Plus anfreunden zu wollen. Man kennt sich ja kaum.

Der jetzige Vorteil von Google Plus: Es wird – wie jedes Tool – wieder einmal von uns Heavy Usern und Kommunikatoren überrannt, die alles austesten, experimentieren und ausprobieren, was möglich ist. Dass die dabei geführten Diskussionen im Moment qualitativ sehr viel hochwertiger sind ist für mich nicht überraschend. Wenn ich mich nur mit Experten unterhalte, ohne das (wie etwa bei Facebook, da mittlerweile facettenreicher auch von „Normalos“ durchsetzt) eine Frage in die Diskussion geworfen wird, die aus interessierter Unwissenheit (nicht etwa aus Bosheit) am Thema vorbeigeht und den Diskussionsfluss killt, kann ich sicher sein, dass ich ein sehr viel besseres Ergebnis erhalte. Aber war das nicht mit Facebook und Twitter das gleiche Spiel, als sie in Deutschland aufkamen? Je professioneller jene agieren, die sich mit einem Tool befassen und darüber austauschen, umso professioneller und besser ist der Eindruck, den ich davon gewinne. Oder irre ich mich da? Falls ja, I don’t get it. Erklärt es mir bitte.

Und ja, Google Plus ermöglicht natürlich leichter zu rekonstruierende Diskussionen, da es genau dafür ausgelegt ist und nicht wie Twitter (im eigentlichen Sinne) als Newsticker funktionieren muss, der eine Kommunikation in den komplett offenen, absolut flüchtigen Raum bedeutet. Trotzdem werde auch ich Twitter ob seiner Einfachheit weiterhin liebhaben.

Was mich nach wie vor aber ein wenig bzw. sehr irritiert, das ist die Tatsache, in wievielen Kreisen ich geführt werde, obwohl ich Stand jetzt noch keine zehn konkreten Einträge hinterlassen habe (aktuell etwa 200:700). Das erschließt sich mir noch nicht so ganz, warum dem so ist. Ich bin kein Experte (zumindest sehe ich mich nicht als solchen, aber das Thema hatte ich ja schon einmal angeschnitten), werde aber wie einer behandelt oder geführt. So gut kann meine vermeintliche Reputation ja gar nicht sein, als dass sie das erklären könnte. Das könnt ihr mir bei Gelegenheit auch gerne erklären, hat aber keine Eile und ist auch nicht als fishing for compliments zu verstehen.

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