Afterglow: „Tour de Social Web“ auf der Social Media Night Karlsruhe #smcka

Wer mich jetzt schon eine Weile kennt und mein Tun verfolgt, der dürfte zwei Dinge mitbekommen haben. Erstens: ich habe einen tierischen Spaß daran rauszugehen und den Leuten mit dem Einsatz von bildhaften Beispielen meine Vorstellung davon zu vermitteln, wie Social Media funktionieren (sollten). Zweitens: Ich habe ebenso viel Spaß daran diese Erlebnisse im Nachhinein mit einem Beitrag abzurunden und ein paar weiteren Zeilen zu ergänzen.

Da ich am vergangenen Dienstag, 15.11., einmal mehr auf ein Publikum losgelassen wurde, habe ich die Gelegenheit genutzt und bei der ersten Social Media Night Karlsruhe, einem Programmformat des blutjungen Social Media Club Karlsruhe, eine neue Metapher anzuwenden – und nebenbei einen neuen, mehr bild- denn textlastigen Stil für meine Präsentation auszuprobieren.

Unter dem Titel „Tour de Social Web – Was Kommunikation 2.0 mit Radfahren zu tun hat“ (Folie #01) durfte ich auf der Bühne stehen und ein paar Dinge zum Basisverständnis von Social Media zum Besten geben, die eigentlich nicht neu sind. Hexenwerk sind sie auf jeden Fall ganz sicher nicht.




Folie #03: Social Media sind keine Sci-Fi
Nein, Social Media sind alles, nur kein Hexenwerk. Sie sind noch nicht einmal Sci-Fi. Auch dann nicht, wenn man sich mit einem Blick auf die Zeit vor zwei, fünf oder auch zehn Jahren fragt, ob das wirklich alles nötig war und ist. Ja, ist es. Weil es nun einmal in der Natur des Menschen liegt neue Techniken für den Austausch von Botschaften und Nachrichten zu nutzen. So also auch Social Media. Viel wichtiger noch: Es hat einen Sinn. Jede noch so kleine Botschaft hat einen Absender und seinen Empfänger, der sich doch irgendwie dafür interessiert. Wenn man das erst einmal verstanden hat und selbst die Frühstücksbrötchen-Tweets nicht mehr als Unfug abtut (die per Twitter mitlesende Mutter freut sich schließlich, wenn sie sieht, dass sich Junior nicht nur von Presspappe und Wasser ernährt), der kann, wenn er sich mit Sci-Fi auseinandersetzt, ebenso bald verstehen lernen, wie das mit dem Warp-Antrieb im Vergleich zum Fluxkompensator funktioniert.

#Folie 04: Social Media sind wie Radfahren
Doch, wie gesagt, Social Media sind kein Sci-Fi. Auch dann nicht, wenn sie so anmuten mögen. Sie sind etwas ganz Normales. Etwas Irdisches. Etwas, das im Grunde jeder verstehen und lernen kann. So wie Radfahren zum Beispiel.

Folie #05: Social Media = Kommunikation
Denn Social Media, das ist Kommunikation. Es gibt jemanden mit einer Botschaft und jemanden, der sich dafür interessiert. Nur eben ohne die starren Prinzipien der klassischen Kommunikation. Denn ob sich jemand für meine Inhalte und Ansagen interessiert, hängt ganz davon ab, ob und wie gut diese sind und ich sie so ansetze, dass sie auch gehört/gefunden werden können. Das ist zwar etwas more tricky als früher bzw. ganz besonders heute, wo man sich seinen Platz in den Medien mit einer geschickten Kopplung von Artikel und Anzeige einkaufen konnte, aber auch das funktioniert. Highspeed-Tandem-Fahren klappt schließlich auch, wie man sieht. Wichtig ist, dass sich beide Seiten auf- und miteinander verständigen. Ansonsten geht der Ritt nicht lange gut.

Folie #06 bis #10: Das gab es damals. Das gibt es heute. Man lernt es wie von selbst. Man tut es, weil es Spaß macht. Und professionell geht genauso
Wie gesagt, Social Media sind in der Kommunikation nichts Neues. Dem Drang, uns unter- und miteinander auszutauschen, folgen wir schon seit Ewigkeiten. Damals ging es eben nur nicht ganz so schnell. Es war etwas wackeliger, wenn man an die ersten Zeitungen zurückdenkt, die ihre Informationen per Telegraphen zugesandt bekamen und so an Fahrt aufnahmen. Es hatte etwas von Hochleistungssport auf dem Hochrad, immer die Balance zu bewahren, um nicht auf den Boden der Tatsachen zu knallen.

Heute ist das mit der schnellen Kommunikation leichter. Die Technik steht so gut wie jedem zur Verfügung und ihre grundlegende Beherrschung ist vielen so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie kaum noch darüber nachdenken, wie es eigentlich funktioniert. Das kann seine Vorteile haben, aber auch einige Nachteile.

Wichtig ist, dass viele kaum noch (gezielt) hinterfragen oder kritisieren, dass ihre Inhalte, die sie online stellen, social, also für jeden innerhalb ihres Netzwerkes und teils auch weit darüber hinaus verfügbar sind. Immer dabei das Leben durch die Adern zu pumpen und in die Beine respektive Finger an der Tastatur zu pumpen. Auch das hat seine Vor- und Nachteile … Selbstverständlich lässt sich das alles aus rein spaßiger, hobby-orientierter ebenso wie aus professioneller Ebene betreiben, um damit den Lebensunterhalt zu verdienen oder zumindest einen Amateur-Status zu erreichen, der zeigt, dass man liebt, was man tut.

Folie #11 und #12: … und vor allem ganz verschieden. Wir halten fest: es zählt der eigene Stil
Das Ergebnis dieser Entwicklungen ist aber ein sehr dankbares: Es gibt unglaublich viele Herangehensweisen, wie Social Media verstanden und vor allem betrieben, meinetwegen gerne auch gelebt werden können. Jeder sieht etwas anderes im Social Web und dem, was dort passiert. Das ist gut so. Und wunderbar obendrein. Was uns aber auch dazu bringt festzuhalten, dass man seinen eigenen Stil finden muss, um es sich auch wirklich im Social Web bequem zu machen. Der eine gleitet auf seinem Rad durch die Landschaft, der andere steigt aggressiv aus dem Sattel, um voranzukommen und neue Höhepunkte zu erreichen.

Folie #13 und #14: Aber kann nun wirklich jeder …? Man muss verstehen lernen
Aber kann nun wirklich jeder Social Media „machen“ …? Ich würde mal sagen: Ja, bis zu einem gewissen Grad kommt jeder in die Pedale und auch ein Stück voran. Manche etwas mehr, manche etwas weniger. Manche fallen vom Start weg einfach um und werden ein Opfer allgemeingültiger Gesetzmäßigkeiten (im einen Fall ist es die Schwerkraft, die uns zu Boden zwingt, im anderen die Regeln des gemeinsamen Umgangs miteinander, die es einzuhalten gilt – im Groben habe ich diese ja bereits während meiner Ausführungen zu Blogger Relations erläutert) … Um es im Social Web aber wirklich nach vorne zu schaffen oder zumindest in Bewegung zu bleiben, muss man sich mit der Materie auseinandersetzen, verstehen lernen.

Folie #15:
Jede Form von (professioneller) Kommunikation besteht aus drei einfachen Mechanismen, die man allesamt erlernen und beherrschen kann/sollte, damit es auch so klappt, wie man es sich in etwa vorstellt.

Erstens: das Operative. Ich muss schon in die Pedale treten, um mich überhaupt in Bewegung setzen zu können. Für Social Media bedeutet das also mehr, als dass ich mir nur die Kanäle einrichte(n lasse). Nur, weil ich mir ein Fahrrad kaufe, komme ich ja noch nicht von A nach B. Ich muss mich auf den Sattel schwingen und selber aktiv werden, Content produzieren usw.

Zweitens: das Strategische. In die Pedale zu treten ist ein guter Anfang, hilft mir aber nicht sonderlich, wenn ich die Hände nicht auf den Lenker lege, um meinem bestimmten Ziel durch das Einschlagen des besten Weges näher zu kommen. Freihändig fahren geht schließlich auch nur solange gut, bis man das erste Rendezvous mit einer Mauer, einem Schild oder sonst einem Hindernis hatte, weil ich nicht auf die Idee kam mal nach links oder rechts zu ziehen oder auch die Bremse zu ziehen. Ich muss mir also Gedanken machen, wohin die Reise gehen soll, was ich eigentlich will und wie ich da hin komme.

Drittens: das Taktische. Jetzt wird es nämlich richtig tricky. Zu wissen, dass ich in die Pedale treten muss (Content erstellen, einstellen, usw.), ist gut. Zu wissen, dass ich dabei auch eine Richtung im Kopf haben sollte und diese auch aktiv ansteuern kann (Was sind meine Ziele? Wen will ich wie erreichen? usw.), das ist noch besser. Aber was ist mit der Strecke zwischen meinem Punkt A und meinem Ziel B? Unterwegs passiert nämlich verdammt viel. Ich muss die Straße im Blick behalten und darauf achten, was die anderen auf meinen Wegen so anstellen, um nicht mit ihnen aneinanderzugeraten, wenn dies doch eigentlich gar nicht nötig gewesen ist. Biege ich links oder rechts ab, wenn mein gewünschter Weg durch ein Hindernis versperrt ist? Wie reagiere ich auf Ampeln und Kreuzungen, die zum (kommunikativen) Nadelöhr werden? Und warum um alles in der Welt fahren die alle auf der anderen Straßenseite? Oder bin ich nur falsch unterwegs? Die Taktikkiste im richtigen Moment griffbereit zu haben, um reagieren zu können, damit ich meiner Strategie nicht zu sehr davonfahre, ist der wohl wichtigste, wenn aber auch komplizierteste Einzelpunkt des ganzen Unterfangens Kommunikation (im Social Web).

Folie #16:
Das Blöde ist nur. Es ist nicht bei den Einzelschritten belassen. Damit man auch wirklich B von A ausgehend erreicht, muss ich alles zusammen machen. Gleichzeitig! Jederzeit! OMG! Einself!

Dabei ist es ganz egal, ob ich für meine kommunikativen Ausritte ein Weblog betreibe, Facebook, Twitter oder Google+ füttere oder mich mit einer anderen Plattform „nach draußen“ in „dieses Internet“ begebe. Gleiches gilt für das „wo“. Jedes Netzwerk wie auch die Blogosphäre hat ihre eigenen Regeln, die man verstehen sollte.

Es ist wie mit der Straßenverkehrsordnung. Wenn ich diese erst einmal verstanden habe und so Feinheiten wie „rechts vor links“, verschiedene Geschwindigkeiten inner- und außerhalb von Städten oder auch Wende- oder Spurwechselverbote auf dem Kasten habe, dann ist mir schon enorm geholfen, da ich weiß, dass sich die meisten an ähnlichen Regeln orientieren. Das soll aber keine Garantie dafür sein, dass sich auch alle daran halten. Es wird immer ein paar Rowdies geben, die Grenzen überschreiten oder meinen, diese würden nicht für sie gelten, um noch schneller zu sein – und damit andere in Schwierigkeiten bringen. Am Ende muss ich meinen eigenen Kopf einschalten, um auch unbeschadet durch das Gewirr zu kommen.

Wer das nicht hinbekommt, weil er meint freihändig, ziel- oder planlos durch die Straßen gondeln zu können, der wird sich, wie schon angedeutet, freuen, wenn er den Asphalt näher kennengelernt hat. Oder, wie ich es während des Vortrags sagte: „Die nächste Mauer wartet immer.“ Es liegt ganz am eigenen Handeln, ob man ihr unangenehm nahe kommt.

Folie #17: Und ausgefuchst geht das auch
In meinem aktuellen Agenturalltag sieht dieses „den Kopf einschalten“ im Übrigen so aus.

Folie #18: Es ist jedoch nur ein Teil einer langen Fahrt
Bildlich gesprochen ist Kommunikation im Social Web wie auch sonst ein gaaaaaanz langer Weg, der aus vielen kleinen Etappen besteht, um dem Ziel näher zu kommen. Wer also meint mit einer einzigen Maßnahme die Tour gewinnen zu können, der hat es nicht so wirklich mit dem Weitblick und peest auch vom Start weg wie ein Berserker los, um am ersten Berg schlapp zu machen.

Folie #19: Mal geht es ruhig zu
Der Anfang einer jeden (kommunikativen) Tour verläuft ruhig. Wie ist die Strecke/Etappe heute? WIe verhält sich das Peloton um mich herum? Sind die anderen ruhig oder unruhig? Wen kann ich als Konkurrenten und wen als Helfer ausmachen? Wie ist es um mein Team bestellt? Wer am Anfang seiner Tour de Social Web steht, der wird diese Zeit haben. Accounts können eingerichtet und die Beine warmgestrampelt werden, ehe es so richtig losgeht. Es sei denn man ist Lance Armstrong zu Comeback-Zeiten. Das ist in etwa vergleichbar mit jedem Husten von Coca-Cola, der Deutschen Bahn oder Apple. An denen kleben sofort Geier mit hochauflösenden Objektiven und Laserblick, um alles zu analysieren, was sie tun.

Folie #20: Mal schnell voran
Denn wenn man eine Weile unterwegs ist und zeigen konnte, was man im (kommunikativen) Alltag der Tour so drauf hat, der wird recht schnell erste Erfolge verzeichnen können. Erste Fans und Follower finden sich ein. Vielleicht berichtet ja auch schon das erste Blatt aus der Heimat über den Ritt durchs Feld. Man wird auf jeden Fall merken: Hey, da geht ja doch was, wenn ich mich nicht ganz so blöd anstelle, mich mit den anderen im Feld austausche und nicht am ersten Tag bereits die Ellbogen ausfahre, um mich besser platzieren zu können.

Folie #21: Mal wird es hart
Und dann kommen die ersten Anstiege. Unmut kann sich breitmachen, wenn es nicht so läuft. Vielleicht tut sich auch erste Kritik am eigenen Stil auf. Dann gilt es die Zähne zusammenzubeißen und nicht den Kopf hängen zu lassen. Raus aus dem Sattel! Einsatz zeigen! Beweisen sie, dass sie es ernst meinen und nicht gleich bei der ersten harten Prüfung abbauen und sich später vom (medialen) Kehrwagen aufsammeln lassen wollen, weil sie schon aufgeben. Kommunikation bedeutet Aufs und Abs. Im Social Web erst recht.

Folie #22: Mal entspannt
Hat man dann durchgehalten, wird man nicht selten dafür belohnt. Man hat seine Klasse bewiesen, sich ersten Respekt verschafft. „Gut gemacht! Du bist nicht sofort eingeknickt!“ könnte es dann heißen. Vielleicht auch nur „Glück. Das war nur Glück“. Wie man es auch dreht, man hat sich zumindest eine zweite Chance verdient, um sich erneut beweisen zu können. Bis dahin kann man den ersten Erfolg durchaus auch einmal genießen und entspannen.

Folie #23: Mal muss man alles geben
Die Zeit des Entspannens sollte aber nie dazu verleiten die Füße aus den Pedalen zu nehmen. Denn mit einem Mal zieht das Tempo brutal an. Irgendwas tut sich im Peloton und dann heißt es alles zu geben. Wer hier pennt, der gerät mit einem Mal ins Hintertreffen. Es gilt: immer vorausschauend agieren und einmal mehr auch darauf achten, was die anderen machen.

Folie #24: Aber: Nie den Anschluss verlieren
Denn (nur) so bleibt man am vorderen Feld dran. (Nur) So kann man die Spitze auch unter Druck setzen. So eine Tour ist kein Zuckerschlecken, auch wenn es an ruhigeren Tagen danach aussieht. Und ja, damit ist auch gemeint, dass Facebook, Twitter und Co. richtige Arbeit sind und kein sinnbefreites Gedaddel am Rechner oder Smartphone. Das sind richtige Arbeitsweisen, die da greifen und Power auf die Straße bringen.

Folie #25: Behalten sie das Ziel im Blick
Denn, so abgedroschen es klingt, der Weg ist das Ziel. Jede Etappe ist ein Stück auf der Reise3 dorthin. Also: nicht entmutigen lassen, wenn es an einem Tag mal toll läuft und am nächsten nicht. Abgerechnet wird zum Schluss.

Folie #26: Zuweilen geht es sicher auch hässlich zu
Aber ich konnte und wollte auch nicht verschweigen, dass es nicht immer nur rosig und schön im Web zugeht.

Folie #27: … und ganz sicher nicht immer sauber
So gibt es selbstverständlich auch ein paar unlautere Tricks, die auch zu Erfolgen führen, aber mehr als fragwürdig sind. Natürlich kann ich mit Gewinnspielen und Specials innerhalb kürzester Zeit enorme Fanmassen anziehen und Interaktion vortäuschen, doch zu welchem Preis? Ich nannte das Beispiel von Burger King, die sich ihre Fans per Burger-Gutschein angelten, um die Nummer eins ihrer Branche auf Facebook zu werden. Ja, ist ganz nett. Aber was macht man dann mit der großen, toten Masse Fans, die nur auf einen Burger vorbeikam?

Ich bin in dieser Beziehung vielleicht einfach nur naiv oder zu idealistisch, aber ich mag derlei Tricks nicht sonderlich. Wenn ich es nicht schaffe durch meine Inhalte und/oder meine Persönlichkeit zu überzeugen, dann sollte ich daran arbeiten, statt mir unzähliger Jubelperser habhaft zu werden, die nicht wissen, wie das mit dem „nachhaltigen Jubeln“ geht. Aber es gibt selbstverständlich auch die entgegengesetzte Herangehens- bzw. Sichtweise, die auch ihre Daseinsberechtigung hat. Wer mehr dazu erfahren möchte, dem empfehle ich die Aufzeichnung der Session „Warum es völlig okay ist Fans und Follower zu kaufen“ von Sven Wiesner vom Barcamp Hamburg. Denn diese Handhabe ist nicht minder spannend, wenn auch nicht meins.

Folie #28: Stürze gehören zum Tagesgeschäft
Anfangs hatte ich beim Verständnis für Lenken, Treten und Straße im Blick behalten schon gesagt, dass es zuweilen böse enden kann, wenn man einen dieser drei Teile im Zusammenspiel nicht auf die Reihe bekommt. Stimmt. Dummerweise kann man aber genauso stürzen, obwohl man alles richtig gemacht hat. Mal ist es die eigene Unachtsamkeit, mal zieht es einem einfach den Boden unter den Reifen weg. Das passiert. Da kann man nichts machen.

Folie #29: Genauso wie schnelles Handeln
Gleiches gilt für kritische Situationen, die durch andere oder einen selbst ausgelöst werden können. Wenn es innerhalb von Sekunden plötzlich drunter und drüber geht, dann brauche ich eine Idee davon, was zu tun ist. Hier verweise ich auf Krisenpläne, die man in der Schublade haben sollte, wenn man seine kommunikativen Leichen im Keller kennt und damit rechnen muss, dass diese irgendwann wieder das Tageslicht erblicken könnten. Darauf kann man sich vorbereiten.
Aber ich muss auch sagen: Jeder Krisenplan hat etwas vom Helm beim Radfahren. Wenn es mich niederstreckt, dann ist mein Kopf geschützt. Das ist gut und wichtig. Aber Beine, Arme, Oberkörper, Unterkörper. Die kriegen alle richtig etwas ab. Auch dessen muss man sich bewusst sein.

Folie #30:
In der Folge muss man sich daran gewöhnen, dass es nicht immer so heiter zugeht. Wen es aber einmal so richtig erwischt hat, der lernt daraus. Dell hat nach seiner „Dell Hell“ eine extreme Wandlung durchgemacht. Selbst die Deutsche Bahn als deutsches Beispiel hat nach ihrem Chefticket im Winter letzten Jahres mit dem Twitter-Account einen enormen Service-Sprung nach vorne gemacht (und nein, das schreibe ich jetzt nicht, weil wir als Agentur unter anderem an der Entwicklung der Kommunikationsstrategie beteiligt waren).

Denn das schöne an Fehlern und Krisen ist, dass sie einen zu neuen Höchstleistungen anspornen können. Wenn das Adrenalin nach dem Sturz durch den Körper rast und die Sinne für jede noch so kleine Winzigkeit geschärft sind … Das ist ein unglaublich motivierendes und positives Gefühl, das man sich erhalten sollte. Zumindest sollte man sich daran erinnern, wenn man sich um die Produktion seines Contents kümmert, auf einen gepflegteren Austausch mit den Fans achtet oder aber einfach nur besser auf die eigenen Stärken und Schwächen schaut. Jeder Fehlschlag macht dich besser, wenn du es zulässt.

Folie #31: Doch: Es lohnt sich trotz allem
Schließlich wird Ausdauer belohnt.

Folie #32 und #33: Denn wenn Anspruch … und Wahrnehmung übereinstimmen
Denn wenn Anspruch und Wirklichkeit miteinander übereinstimmen, kann man sich das Leben viel einfacher gestalten. Realistische Ziele für die einzelnen Etappen zu stecken hilft enorm, wenn man weiß, dass es nicht immer wie am Schnürchen laufen wird. Nach einem Jahr nur 500 Fans oder Follower zu haben kann vollkommen ausreichend sein, wenn es die richtigen sind. 10.000 desinteressierte Follower sind nur für die Controller mit ihrer Zahlenfixiertheit interessant, helfen mir aber nicht weiter. Darum: genau überlegen, was man eigentlich möchte.

Folie #34 bis #39: … finden sich Fans und Freunde. Interessiert. Stets an deiner Seite. Ausdauernd. Leidenschaftlich. Bishin zum gemeinsamen Erfolg.
Ich will nicht sagen oder gar versprechen, dass es immer so laufen wird. Aber meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass man aus Nutzern, Stakeholdern u.ä. nicht über Nacht begeisterte Anhänger macht, solange man keine absolute Love Brand ist, die gern zu haben leicht fällt. Die Basisarbeit muss stimmen, um mit Inhalten, Botschaften, Tonalität und Empathie zu punkten, dann ziehen auch irgendwann die ersten Fans mit und diese ihre Kreise. Sie beginnen sich für die Story zu interessieren, die man erzählt. Sie sind vielleicht schon seit Ewigkeiten dabei und werden nun viel stärker wahrgenommen. Ihre Ausdauer als Verfechter deiner Sache (im Optimalfall) macht sich bezahlt, so dass sie die eigene Leidenschaft für die Sache mit den Zielen der geschätzten/geliebten Marke verbinden, um diese gemeinsam zu erreichen.

Wie gesagt, das ist der Optimalfall. In der Regel wird es bei Weitem nicht so einfach laufen. Aber auch hier gilt: Aus Stürzen lernt man. Und wer aufsteht, der verdient sich ebenfalls den Respekt seiner Anhänger, um daran anknüpfen zu können.

Folie #40: Und dann geht es wieder von vorne los …
Ein neuer Tag, eine neue Etappe. Eine weitere Nacht vorbei, eine neue Tour vor der Brust. Kommunikation im Social Web steht nicht still. Sie ruht vielleicht ein wenig. Aber Stillstand … nee, das gibt es nicht. Das Peloton rollt unentwegt.

So, das war sie, meine Tour de Social Web. Ich habe wahrscheinlich ein Gros meiner Ausführungen von letzter Woche wieder vergessen, aber ich freue mich dennoch (wie immer) über jede Form von Feedback, die ihr mir mit auf den Weg geben möchtet😉

Zum Abschluss möchte ich mich natürlich auch noch einmal bei den Veranstaltern, der Organisation und dem Publikum der Social Media Night Karlsruhe bedanken, die mir mit ihrer aufgeschlossenen, neugierigen und interessierten Stimmung einen unglaublich angenehmen Abend beschert haben. Danke dafür!🙂

4 Kommentare

  1. wow, wenn das mal kein After-glow ist… detaillierter kann man einen Vortrag nicht beschreiben. Fühl mich, als wenn ich mit dabei gewesen wäre.

    1. Es hat durchaus seine Vorteile, wenn ich es nur „leicht“ mit dem Nachfass auf Textbasis übertreibe😉 Lieben Dank für das Feedback!

  2. […] Daniel Rehn von talkabout communications startete mit dem ersten Vortrag und erklärte sehr anschaulich und verständlich die Grundlagen von “Social Media” und deren Vorteile. Er selber hat einen schönen “Afterglow” seines Vortrages angefertigt. Unbedingt lesensw… […]

  3. […] wie kam es zu diesem Reputationsharakiri? Es begab sich zu der Zeit, dass ich zur Social Media Night Karlsruhe ein wenig über Social Media erzählen durfte. Rund um das Event fand sich @EbbeSand, der, um mir […]

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