Blogparade zu „Fernseherinnerungen – die Lieblingsserien aus der Kindheit“: Die Dinos

„Ich bin verloren. Sowas von verloren“, dachte ich, als ich vorgestern auf eine Blogparade stieß, die so gaaaaar nichts mit den üblichen, hier stattfindenden Themen zu tun hat. Sabine Haas kam jüngst auf das Thema Fernsehsendungen der Kindheit zu sprechen und hat nun eine Blogparade dazu gestartet.

Warum ich mich ob dieser Blogparade als verloren erachte? Ich bin mit dem Fernseher groß geworden. Nicht in diesem negativen Sinne, dass mich meine Eltern ob zu wenig Zeit davor geparkt hätten – ganz im Gegenteil -, sondern viel eher im Sinne von Fernsehen als spielerisches und erzieherisches Mittel. Denn, und das muss man einfach sagen, ohne gleich als Nostalgiker abgestempelt zu werden, früher war das Programm einfach besser, lehrreicher. „Die Sendung mit der Maus“ ist eine Instanz, die es hoffentlich noch in 50 Jahren und darüber hinaus gibt. Sowas darf nicht aufhören. Gleiches gilt für „Löwenzahn“ oder auch „Logo“. Neue Formate wie „Willi will’s wissen“ oder auch „AH!“ gefallen mir auch ausgesprochen gut, fielen aber nicht in meine Kindheit. Leider. Was aber kein Grund ist, dass ich die Serien heute nicht sehen würde😉

Den wahren Spaß bezog ich aber aus den vielen komischen Serien, die damals noch das Programm beherrschten. Sowohl Comics aus Japan und den USA (Marshall Bravestar, Sabre Rider, M.A.S.K., Heidi – das erste hierzulande akzeptierte Manga im TV -, Kimba, Kickers, Mila Superstar, Darkwing Duck, Ducktales, alles andere von Disney oder auch die Looney Toons aus dem Hause Warner Brothers, die Comicserien rund um Spider-Man, Batman, Die fantastischen Vier, Hulk, … ja, ich könnte noch weitere 50 Titel aufzählen und wäre noch lange nicht fertig) als auch reale TV-Produktionen wie Pippi Langstrumpf und alles andere aus Skandinavien, die alten Märchenfilme aus der damaligen Tschechoslowakei und meine heißgeliebten Puppet-Serien haben mir die Kindheit versüßt. „Hallo Spencer“, „Die Muppets“, „Der Li-La-Launebär“, „Bim Bam Bino“ (die Maus, die als Figur damals übrigens ganz hervorragend eingesetzt wurde, um den Kindern den Wechsel vom damaligen Tele5 zu KabelKanal zu Kabel1 zu erleichtern) und Co. waren einfach nur großartig, wenn auch nicht immer sinnig.

Nach langem, wirklich, wirklich, wirklich langem Überlegen bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass ich hier eine Serie vorstellen muss, die ich immer noch gerne sehe und stark mit meiner Kindheit verbinde: „Die Dinos“ aus dem Hause von Puppengott Jim Henson, der leider leider noch vor Ausstrahlung der ersten Episode damals an einer Lungenentzündung verstarb. „Die Dinos“ sind ein Spiegelbild der typischen US-amerikanischen Familie, bestehend aus Mutter, Vater, Sohn, Tochter und Baby, die in einer Mischung aus Steinzeit und Moderne lebt und einen oftmals zynischen und gesellschaftskritischen Unterton führte. Mir fiel das damals nicht immer auf, aber irgendwie war klar, dass es um mehr ging, als nur um diese Familie.

In den Phasen, in denen ich die Nuancen noch nicht so wahrnahm – ich war, glaube ich, sieben oder acht Jahre alt, als „Die Dinos“ erstmal im deutschen TV lief – liebte ich die Serie, weil es um sprechende Dinos ging. Sprechende, vermenschlichte Dinos, die mich damals sowas von geflasht haben. Zu erwähnen, dass ich die Animatronics aus dem Hause Henson seit jeher mochte, muss ich kaum extra erwähnen. Um aber zu verstehen, wie herrlich überdreht der Humor der Serie war, poste ich einfach diesen kurzen Clip🙂

Und wem das nicht passt: „Bin das Baby. Musst mich lieb haben!“😀

Nachtrag (24.11., 10.30h):
Bevor jetzt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen werden, wie man als Kind nur so viel Zeit vor dem Fernseher verbringen könne (oder Überlegungen aufkommen, dass das vieles über meine Wesenszüge erklären würde ^^): Ich hatte eine tolle Kindheit mit vielen Freunden, übertrieben viel Zeit auf dem Fußballplatz (vom sechsten Lebensjahr an zehn Jahre Vereinsfußball, dreimal pro Woche Training, ein bis zwei Spiele am Wochenende) und noch mehr frischer Luft. Aber, und das muss ich auch noch ergänzen: damals liefen auch noch mehr Tierdokus und sonstige Serien, die man dem Fach Sach-/Erdkunde zuordnen kann, die mir beim gemeinsamen Gucken (!) mit meinen Eltern ein enormes Zusatzwissen vermittelt haben. Damals war vielleicht nicht alles besser, aber das TV-Programm war es ganz bestimmt.

3 Kommentare

  1. Hach, die Dinos waren einfach großartig!! Auch ich durfte keine Folge verpassen. Lache mich heute noch krissig über Baby & Co.😀 Danke für die Erinnerungsauffrischung

  2. Die Dinos waren schon besonders. Aber das war das Fernsehen insgesamt auch. Und ich habe ebenfalls – wie Du – furchtbar viel und gerne geschaut. Und auch ich habe das Gefühl, deswegen nichts an anderen Freizeitbeschäftigungen verpasst zu haben. Gegenüber dem Buch war der Vorteil des Fernsehens, das es immer in der Peer Group geteilte Erlebnisse waren. Zwar hat jeder getrennt geschaut, aber auf der Busfahrt zur Schule wurden dann mit „Hast Du gestern auch… gesehen?“ gemeinsame Erinnerungen eingeleitet. Und meistens konnten ALLE mitreden..

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