Was Social Media in Deutschland mit Fußball in den USA zu tun haben

Heute morgen las ich sehr begeistert ein ausführliches Interview der Frankfurter Rundschau mit dem ehemaligen Bundestrainer und jetzigem Coach der US-Elf Jürgen Klinsmann. Zwischen Surfer-Lifestyle, Rückblicken auf die Turniere seiner aktiven Zeit wie auch als Leiter der DFB-Elf und einem Ausblick auf die EM 2012 kam man auch auf Entwicklungen zu sprechen. Entwicklungen in der Kommunikation mit jungen Spielern wie auch im Aufbau des Fußballs in den USA, für den er Verantwortung übernimmt.

Und dabei bin ich an einer Aussage von Klinsmann hängen geblieben, die ich auf die Kernsätze zusammenkürze:

„[…] Die USA sind, was den Fußball betrifft, immer noch im Aufbau. Gerade das macht es für mich so faszinierend. Weil man mir hier Möglichkeiten bietet […]. Weil ich hier in den USA etwas entwickeln und gestalten kann. Darüber hinaus konnte ich feststellen, dass die Amerikaner dem Fußball immer mehr Aufmerksamkeit schenken, sie entwickeln sogar eine gewisse Zuneigung. Warum? Weil sie erkannt haben, dass dieser Sport eine globale Strahlkraft hat – und sie sich fragen, was eigentlich dahinter steckt. Mir scheint, da hat es in den letzten Jahren bei den Amerikanern ein Umdenken gegeben, vielleicht weil sie auch in anderen Bereichen immer globaler denken müssen. Sie sind nicht mehr so auf sich fixiert wie früher, sondern interessieren sich dafür, was in Europa, was in Asien passiert. Der Amerikaner ist neugieriger geworden. […] Die Amerikaner wollen wissen, welche Rolle spielt denn dieser Fußball im Rest der Welt. Und warum sind jetzt auf einmal Spieler mit doppelter Staatsbürgerschaft so wichtig für ihr Nationalteam: Spieler mit mexikanisch-amerikanischem oder deutsch-amerikanischem Pass. […]“

Wie ich diese Zeilen so las ersetzte ich „Fußball“ wahlweise mit „Social Media“, die USA mit Deutschland und selbst Kicker mit doppelter Staatsbürgerschaft lassen sich mit Wohlwollen auf die Digitalen ummünzen, die klassische Kommunikation kennen, aber online leben und sich dort nativ bewegen.

Es ist noch früh und ich vergleichsweise unausgeschlafen, aber das Bild gefällt mir ungemein, um einen schnellen, wenn auch oberflächlichen Vergleich zu schaffen. Jahrelang gab es eine ablehnende Haltung gegenüber dem Neuen, das in seiner Nische vor sich köchelte und von einigen Wenigen begeistert vorangetrieben wurde. Und mit einem Mal scheint die ganze Welt unter dem Einfluß zu stehen, da man sich Sog und Dynamik nicht entziehen kann. Grund genug, um sich damit zu befassen und die eigene Haltung zu überdenken.

Oder nicht?

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