Hamburg: Das große Kribbeln

Es war ein komisches Gefühl gestern Morgen die Tür zu meiner Münchner Wohnung ins Schloss fallen zu lassen. Bis auf Weiteres wird es das letzte Mal gewesen sein. Die gefühlt komplette rechte Hälfte meines Kleiderschranks sowie die allzeit benötigte Technik auf zwei Koffer und zwei Taschen verpackt ging es gen Hamburg. Auf dem Weg zum Bahnhof traf ich noch zufällig eine liebe Freundin, bis Hannover begleitete mich mein Mitbewohner, der lustigerweise die gleiche Verbindung in Anspruch nahm, und in Hamburg holte mich mein Gastgeber der nächsten zwei Tage auch ab. Es war eine kurzweilige Reise, die mich nicht wirklich ins Grübeln kommen ließ, was nun auf mich zukommt.

Die erste Nacht liegt nun hinter mir und mein Körper kommt langsam zur Ruhe. Mein Kopf aber nicht. Mit den ersten Stunden im Norden kommt auch die Gewissheit, dass ich ein neues Kapitel aufgeschlagen habe. Es ist mein vierter Start in einen neuen Lebensabschnitt in den letzten sechs Jahren. Erst der Auszug aus dem Elternhaus zwecks Studium anno 2006, dann die erste WG-Gründung 2007 mit immer wieder wechselnden Mitbewohnern, im Spätsommer 2010 der Gang nach München für den ersten Job in Festanstellung. Und nun also die Hansestadt.

Ob ich mir keine Sorgen machen würde, dass alles gut geht, wurde ich in letzter Zeit häufiger gefragt. Von einer großen Veränderung war die Rede. Und das bezog sich wohl nicht nur auf die geographischen Gegebenheiten. Ich sagte stets „Nein, so schlimm ist das nicht“. Dazu stehe ich immer noch. Aber es ist eine krude Mischung aus Neugier, Vorfreude und einem flauen Gefühl im Magen. Ob Angst dabei ist? Nein, nicht wirklich. Zweifel, ob die Entscheidung richtig war? Definitiv nicht. Ungewissheit? Oh ja. Ich habe keinen Plan, was mich die nächsten Tage und Wochen alles erwarten wird. Aber es stört mich nicht. Im Gegenteil. Es bedeutet, dass das große Kribbeln mehr und mehr aufkommt. Auch darum habe ich diesen Schritt sehr bewusst gesucht. Und ich liebe es.

One comment

  1. Veränderungen zu suchen und daran zu lernen oder zu wachsen oder sich auch nur daran und darauf zu freuen, ist die einzig wahre Schule für ‚das Leben‘. Sollten dann einmal Veränderungen kommen, die Du Dir nicht ausgesucht hast, kannst Du viel besser damit umgehen. Ich wünsche Dir eine anregend aufregende Zeit, lieber Daniel.

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