Begegnungen 2.0: „Ich hab dich gegoogelt“

Okay, das ist so weirdo und spannend zugleich, dass ich mal eben von meinem Highlight des Abends berichten muss.

Ich war heute Abend für ein kleines Strategie-Sparring mit einem Freund verabredet. Treffen auf der Schanze, ein Bierchen dazu (die hatten nur Gordon’s Gin da für Gin Tonic, inakzeptabel) und seine Ideen auf Herz und Nieren prüfen.  Alles klar soweit.

Interessant wurde es, als plötzlich eine junge Frau vor uns Stand. „Entschuldigung, bitte, bist du Daniel Rehn?“ war ihre Frage. „Hey, Twitterfame again“ dachte ich mir, noch ehe ich hochsah. Dann hatte ich sie aber sofort wiedererkannt. Eine ehemalige Klassenkameradin, mit der ich vor über zehn Jahren die Schulbank drückte, und die ich zuletzt wohl vor sechs Jahren gesehen habe. Nur sie war sich nicht ganz sicher, ob ich ich war, ehe ich ihre Frage mit einem „Ja“ beantwortete.

Während ich noch im Inbegriff war aufzustehen, um sie zu begrüßen, legte sie nach. Sie habe mich schon beim Reinkommen gesehen, war sich aber, wie gesagt, nicht ganz sicher. „Ich hab‘ dich gegoogelt, um zu sehen, ob es bist und ob du gerade in Hamburg bist. Und jetzt wollte ich mal ‚Hallo‘ sagen.“

Wir haben kurz und nett geplaudert. Smalltalk. Was man nun so mache, seit wann man in der Stadt sei … Was man nach sechs Jahren und so aus der Überraschung heraus halt plaudert. Ich freue mich riesig, sie einmal wieder gesehen zu haben, aber ich bin nicht sehr überrascht. Dafür treffe ich zu oft Leute aus meiner Vergangenheit in Großstädten, da es nur wenige in meiner Heimatstadt hält.

Bemerkenswert war für mich aber ihr Googlen vor der Ansprache. So auf Nummer sicher zu gehen, das ist mir noch nie in den Sinn gekommen. Dafür weiß ich für gewöhnlich durch Twitter und Co. zu gut darüber Bescheid, wer sich gerade wo rumdrückt. Dass meine Vergangenheit mich nun aber auch einmal in der Kohlenstoffwelt via Internet einholt, das war dann doch nur eine Frage der Zeit, die ich nicht mehr auf dem Schirm hatte.

2 Kommentare

  1. Habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Habe neulich eine E-Mail erhalten mit einem alten Schulfreund „Ey Alex, hab gesehen, du bist in dem Internet voll stark vertreten undso, auch bei diesem Facebook und dem Twitterdings – hast du keine Freunde?“ – da musste ich kurz lachen😉
    (Randbemerkung: habe durch Facebook und Twitter mehr Kontakt im realen Leben zu wirklich klasse Leuten als vorher😉 )

  2. Dr. Seltsam und seine Ausgesandten…
    Das Web lässt uns komische Dinge machen, die wir vorher nie so (teils unpersönlich dabei nette Leute) gemacht hätten.

    Ich gehen mittlerweile dazu über mein iPhone partout nicht in die Hand zu nehmen (falls es wie meist eh schon aus der Hosentasche heraussen ist;) um nach was zu suchen/googlen/wikipeden oder sonst was, um sich genau so spannend „wie früher“ weiter zu unterhalten, um den Punkt weiter zu diskutieren!

    Anm.: Nicht auf CheckIns oder kurze Tweets/SMS’s/UhrzeitChecks bezogen;))

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