#derwilleindir: McFit, Hashtag-Grammatik und ein Schritt nach vorn

Machen wir es kurz: McFit hat aus Sicht der Digitalen mit seiner Hashtag-unterstützten neuen Kampagne „Der Wille in dir“ noch nicht die Spitze erklommen. Aber das soll niemanden jucken, will ich meinen. Hauptsache endlich wagt sich jemand nach vorne.

mcfit_derwilleindir_plakat

Den meisten von uns dürfte eines der insgesamt vier neuen Kampagnenmotive der Fitnessstudiokette McFit an Bushaltestellen, U-Bahn-Stationen, Bahnhöfen und sonstwo im öffentlichen Raum aufgefallen sein. Sportliche Menschen beim Fitnesstraining als Motiv, dazu ein knackiger Spruch und – hier merken wir auf – ein Slogan, der mit einer Raute eröffnet. Moment … Raute? Raute so wie Hashtag auf Twitter?

Genau. Raute wie Hashtag. Nur hat man den Slogan „Der Wille in dir“ Twitter-untypisch dann auf den Plakaten doch nicht in einem Wort zusammengeschrieben. Eins zu eins so eingegeben, würde das Ganze auf Twitter natürlich nicht funktionieren. Das ist uns Heavy Usern, die darin einen Hashtag erkennen, sofort klar. Und deswegen wird auch gleich wieder auf Twitter und Facebook gezetert. Man habe es wieder nicht verstanden. Warum lässt man sich nicht von jemandem beraten, der Ahnung hat? Hätte man das nicht anders machen können? … Die übliche Litanei, die draufhaut, statt sich über den Ansatz zu freuen, weil es nicht sofort perfekt ist blablabla.

Nur … man hat auf Seiten McFits verstanden, wenn man sich den Post zur neuen Kampagne im Corporate Blog einmal durchliest. Ja. Das hätte eleganter gelöst werden können. Aber man wollte einfach noch einen Kompromiss eingehen, um Online und Offline zueinander zu führen. So heißt es dort wie folgt:

Mehr als ein Slogan mit Hashtag

In den vergangenen Tagen wurde auf Twitter über die Schreibweise unseres Kampagnen-Slogans diskutiert. Auch Jörg Breithut hat sich auf seinem Blog damit auseinandergesetzt. Im ersten Moment wirkt es sicher ungewöhnlich, #DER WILLE IN DIR auseinander zu schreiben. Technisch funktioniert dieser Hashtag nicht. Das wissen wir. Für uns ist die Raute im Slogan ein grafisches Element, das zugleich in die Social Media Welt verweist. Dort setzen wir die Kampagne fort.

Im Transfer wird das Hashtag #derwilleindir trotz der verbesserungswürdigen Schreibweise auf den Plakaten nämlich doch angenommen. Das könnte mehr sein, werden wieder andere sagen, aber irgendwas ist ja immer. Ich zumindest bin davon angetan, dass sich eine so bekannte Marke wie McFit in einer deutschlandweiten Kampagne traut eine Botschaft für eine faktisch verschwindend geringe Nutzerschaft an Netizens – und das sind die knapp 825.000 deutschsprachigen Accounts nun einmal, die man erst recht nicht auf McFit-Mitglieder runterbrechen kann – einzubauen.

Beim nächsten Mal wird man am Design der Plakate arbeiten und es besser machen. Alles zusammenschreiben, wie es die Hashtag-Grammatik fordert, die einzelnen Wörter farblich voneinander abgesetzt. Das Ganze vielleicht auch einfach noch einmal separat in eine der unteren Ecken gepackt. Einfach etwas weniger Kompromiss und mehr Konsequenz. Fertig.

Bild via @splittedvik

5 Kommentare

  1. Wenn’s nicht McFit wäre, würde ich das ja auch richtig sympathisch finden. Aber leider verbinde ich mit McFit zuviel Negatives (nicht nur „Loveparade“, sondern auch ein HHer Studio in Wandsbek), als dass ich mich hierfür begeistern könnte.
    ABER: endlich mal ein Hashtag einzusetzen (wenn auch technisch falsch) finde ich sehr gut und innovativ. Zeigt mir, dass sie modern sind (oder sein wollen)

  2. Ich bin mir nicht sicher, deswegen nur kurz die Frage, kamen die Plakate nicht auch von dojo?

    1. Davon würde ich ausgehen.

    2. Richtig, die Kampagnen-Idee wurde gemeinsam mit der Agentur DOJO aus Berlin entwickelt.

      Viele Grüße,
      Nils
      Social Media Team
      McFIT GmbH

  3. […] paar Updates von Kritikern wie auch Befürwortern des Ansatzes habe ich mich noch hingesetzt und einen Blogpost dazu runtergeschrieben. Im Grunde war alles ganz harmlos und normalerweise wäre das Thema damit für mich durch gewesen, […]

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