„Wir haben mit diesen Reaktionen gerechnet“ – McFIT im Interview zur Kampagne #derwilleindir

mcfit_insta

#derwilleindir. Das Hashtag zur neuen Kampagne von McFIT ist eigentlich gar nicht so schlecht. Einprägsam. Aussagekräftig. Mit 14 Zeichen vielleicht einen Tick zu lang. Vor allem aber: Es hätte wohl nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die es zuletzt erfuhr, wenn es auf der deutschlandweiten Plakatreihe nicht mit Leerzeichen geschrieben worden wäre. Die technische Funktionalität wäre somit hinüber. Aber ist das in der Plakat- und Bildsprache so schlimm, wenn man doch zu relativieren verstand?

Im Netz gab es vor allem letztes Wochenende ein paar kritische Stimmen, die mir auch auf Twitter begegneten. Wo auch sonst, wenn nicht im Habitat des Hashtags? Nach ein paar Updates von Kritikern wie auch Befürwortern des Ansatzes habe ich mich noch hingesetzt und einen Blogpost dazu runtergeschrieben. Im Grunde war alles ganz harmlos und normalerweise wäre das Thema damit für mich durch gewesen, aber im Verlauf des Samstagnachmittags, als die meisten Diskussionen zur Hashtag-Grammatik und dem potentiellen Erfolg aufkamen, meldete sich auch @McFIT in Person von Nils Kersten, Junior Manager Social Media, direkt zu Wort und diskutierte munter mit.

Das gefiel mir dann doch ausgesprochen gut. Man bloggte nicht nur zur Kampagne, man war und ist auch darüber hinaus am Ball geblieben. Auf der einen Seite wird es immer erwartet, auf der anderen Seite freut man sich dennoch über die tatsächliche Umsetzung dessen. Also fragte ich direkt nach, ob man mir ein kurzes Interview zur Kampagne geben könnte. Noch am selben Abend kam eine Antwort, am letzten Montag dann grünes Licht, vorgestern das fertige Interview, das ich mit Nicola Pattberg, Head of Communications und Pressesprecherin McFIT, führen durfte. And … here … we … go.

Nicola, erst einmal besten Dank dafür, dass ihr meine Anfrage so zügig und unkompliziert abgewickelt habt. Wie habt ihr am Montag, als ihr alle wieder beisammen wart, die Entwicklungen des Wochenendes aufbereitet?

Hallo Daniel, erst einmal vielen Dank für dein Interesse an unserer aktuellen Kampagne. Die ersten Diskussionen fanden schon vor besagtem Wochenende statt. Daher waren wir – und natürlich unser Social-Media-Team ganz besonders – sehr gespannt, wie sie sich über die freien Tage entwickeln würden. Du selbst hast mit deinem Tweet zu unserem Kampagnen-Beitrag im McFIT-Blog die zweite Diskussionsphase eingeleitet. Wir freuen uns über jedes Feedback sehr, positiv als auch kritisch. Unser Monitoring erfasst grundsätzlich, also unabhängig von aktuellen Diskussionen, sämtliche relevanten Daten unserer Social Media-Kanäle: Stimmung, Meinungsführer, Themenschwerpunkte, etc. Die Ergebnisse werden ausgewertet und fließen tagesaktuell in unsere Arbeit ein.

Der Ton, der auf Twitter angeschlagen wurde, fiel ja doch recht unterschiedlich aus. Ein paar sprachen davon, dass das Prinzip Hashtag nicht verstanden worden sei und ihr ein weiteres Beispiel für einen unternehmensseitigen Fehltritt wärt. Andere sahen im Gegenzug das Bemühen überhaupt auf diesen für eine spitze Zielgruppe relevanten Kniff zu setzen und zeigten Verständnis für den Kompromiss, wie ihr ihn im Blog zu erklären versuchtet. Kannst du noch einmal ausführlich erklären, was euch zu dieser Zwischenlösung bewogen hat?

A: #DER WILLE IN DIR ist unser Kampagnenslogan und daher bewusst auseinander geschrieben. Das Hashtag dient hier als Erweiterung und anregender Hinweis auf unsere digitalen Kanäle, auf denen die Kampagne weitergespielt wird. Sie findet in erster Linie jedoch auf Outdoor-Medien und im Kino statt. Unsere Zielgruppe besteht zwar auch aus twitternden Fitnessstudiogängern, in erster Linie jedoch aus Fitnessstudiogängern im Allgemeinen.

Hattet ihr denn mit derlei Reaktionen auf die Schreibweise gerechnet?

Ja, wir haben mit diesen Reaktionen gerechnet. Wenn du in einer nationalen Kampagne ein Hashtag auf Plakate druckst, das offensichtlich technisch nicht richtig ist, ist Aufregung vorprogrammiert, vor allem natürlich in der Expertenszene. Die Reaktionen beweisen aber auch das Fachverständnis unserer Follower und Fans, die wissen, wie ein Hashtag im digitalen Bereich aussieht.

Überhaupt ist es ungewöhnlich, dass ihr ein Hashtag, so man es denn als solches zuzuordnen weiß, so prominent in einer Kampagne nutzt. Was war bei der Ideenentwicklung mit eurer Agentur Dojo aus Berlin eure Intention die doch sehr spitze Zielgruppe der twitternden Fitnessstudiogänger so direkt anzusprechen?

Wie gesagt, wollen wir den Gedanken der Kampagne auch in die digitale Welt tragen. Ein Hashtag bietet sich dafür sehr gut an. Es ist ein einfacher und sehr guter Weg, um eine Botschaft zu transportieren, Gleichgesinnte zu verbinden und eine Community zu schaffen. Zudem sind Twitter und Instagram sehr schnelllebige Kanäle. Ein Tweet ist schnell geschrieben, ein Foto schnell gemacht. Das Hashtag #derwilleindir hinten rangesetzt – und schon bist du Teil der Community. Ein schöner Gedanke, oder?

Auf jeden Fall. Was besonders auffiel: Nils ist am Wochenende in viele Diskussionen direkt eingestiegen, auch wenn McFIT gar nicht per Mention genannt wurde. Hattet ihr standardmäßigen Wochenenddienst oder seid ihr spontan reingegrätscht und habt einfach von einem guten Monitoring profitiert?

Unser Social-Media-Team beobachtet Facebook, Twitter und Co. auch am Wochenende. Wenn wir eine neue Kampagne starten, natürlich noch etwas intensiver als eh schon. Für das Monitoring haben wir verschiedene Tools im Einsatz. Zum Beispiel nutzen wir Hootsuite, um Twitter im Auge zu behalten. Damit können wir gut verfolgen, in welchem Zusammenhang McFIT erwähnt wird, ob nun als Mention, Hashtag oder nur als Name. Entsprechend schnell können wir reagieren.

mcfit_twitter

Stand heute läuft die Kampagne noch keine zwei Wochen. Das Hashtag hingegen wird, wenn auch noch überschaubar, auf Twitter ganz gut angenommen und ihr habt an Followern hinzugewonnen. Einzig auf Instagram hakt es noch etwas. Welche Zielsetzung habt ihr dabei überhaupt im Kopf, wenn man jetzt noch nicht über Erfolg und Misserfolg urteilen kann und sollte?

Dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigen uns wachsende Follower- und Fanzahlen, Shares und Likes. Und natürlich die Tweets und Fotos, die das Thema #DER WILLE IN DIR aufnehmen. In den nächsten Phasen werden wir die digitalen Medien weiter einbeziehen.

In erster Linie zielt die Kampagne jedoch auf die Motivation unserer bestehenden Mitglieder bzw. den Gewinn neuer Mitglieder. Das ist ja gerade zum Jahresanfang sehr wichtig. Die guten Vorsätze sind noch frisch in den Köpfen, brauchen jedoch vielleicht einen kleinen Anstoß. Schlussendlich freuen wir uns über jeden, der seine Vorsätze in unseren Fitnessstudios umsetzt.😉

Würdet ihr mit dem heutigen Wissen die aktuelle Kampagne trotzdem noch einmal so angehen oder auf den Kompromiss verzichten?

Wir sind jetzt erst einmal sehr zufrieden, dass unsere Kampagne so viel Aufmerksamkeit bekommt. Nach ihrem Abschluss – sie befindet sich ja, wie gesagt, online noch am Beginn – werden wir sie auswerten und unsere Schlüsse daraus ziehen.

Und welchen Stellenwert genießt Social Media in der Unternehmenskommunikation von McFIT insgesamt bzw. wo ist der Part bei euch verortet? Mit eurem Blog sowie Accounts auf Facebook, Twitter, YouTube und bei Instagram seid ihr ja recht breit aufgestellt …

Social Media gehört bei uns zur Kommunikation und ist Teil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir sehen unsere Kanäle in erster Linie als Instrument, um mit unseren Mitgliedern zu kommunizieren und sie auf dem Laufenden zu halten. Dabei nutzen wir natürlich Synergien zum Marketing und knüpfen an Kampagnen und Aktionen an.

In Social Media-Kanälen aktiv sind wir jetzt seit ca. drei Jahren und entwickeln uns ständig weiter. Diese Kanäle sind wichtig für McFIT, denn unsere Zielgruppe bei den Mitgliedern überschneidet sich sehr stark mit denjenigen, die in den sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv sind. Folglich gibt es ein eigenes Team, das sich ausschließlich um Social Media kümmert.

Okay. Dann gibt es also sicher auch ein paar Entwicklungen, die ihr sehr genau beobachtet. Welchen Trend habt ihr dabei besonders im Blick?

Wir beobachten technische Entwicklungen und Möglichkeiten im Allgemeinen. Vor allem schauen wir, wo sich unser Mitglieder aufhalten und wo McFIT häufig erwähnt wird. Aus dieser Beobachtung ist im vergangenen Jahr zum Beispiel auch unsere Entscheidung entstanden, bei Instagram einzusteigen. Und aktuell haben wir zum Beispiel die Entwicklung der Location Based Services wie Foursquare besonders im Auge. Mit über 170 Studios europaweit könnte sich hier ein spannendes Thema für uns entwickeln.

Also kann man für das noch junge Jahr mit weiteren Aktionen bei euch rechnen, die ihr über eure Kanäle begleitet?

Wir sitzen gerade an den Planungen und Ideen. Lass dich überraschen.😉

Das werde ich wohl über übel müssen😉 Ich bin auf jeden Fall gespannt, was ihr noch alles präsentieren werdet. Nicola, hab Dank für deine Zeit und die Antworten. Es war mir eine Freude!

Titelfoto: Screenshot via http://instagram.com/mcfit_

5 Kommentare

  1. […] bat uns um ein Interview zur Kampagne. Dieser Bitte sind wir gern nachgekommen. Hier könnt ihr das Interview zu #DER WILLE IN DIR mit Nicola Pattberg, Head of Communications und Pressesprecherin McFIT,  lesen. Liebe Daniel, […]

  2. […] “Wir haben mit diesen Reaktionen gerechnet” – McFIT im Interview zur Kampagne #derwilleindir: https://danielrehn.wordpress.com/2013/01/12/mcfit-derwilleindir-interview/, abgefragt am […]

  3. […] im restlichen Jahr bemerkbar machte. Unter den anderen Top Posts finden sich dann zum Beispiel mein Interview zur Kampagne #derwilleindir von McFit, dessen Nachfolger #machdichwahr frisch gestartet ist. Ebenso findet sich auch mein kleiner Rant […]

  4. […] einige Diskussionen. Nicola, Head of Communications und Pressesprecherin McFIT, hatte in einem Interview mit Blogger Daniel Rehn […]

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