Gastbeitrag: Home is where the heart is, but absence makes the heart grow fonder

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Als Facebook Home vorgestellt wurde, konnte man die Begeisterung unter den Android Nutzer förmlich spüren. Endlich ein richtig großer Wurf, der Android nach vorne katapultiert. Ja, es gab Kritiker. Die gibt es immer.

Meine Geschichte beginnt an einem Samstag, gegen 7 Uhr morgens. Nachdem Facebook den Start von Home für den Rest der Welt verschoben hatte, wollte ich nicht länger warten und versuchte mein Glück mit einer Vor-Version. Gesagt, getan, installiert.

Anfangs haben wir, Home und ich, uns nicht besonders gut verstanden. Und auch mein armes S3 reagierte leicht frostig auf seinen neuen Spielgefährten. Da es sich aber um keine offizielle Variante handelte, störte mich das nicht weiter.

Nach der ersten Verwirrung und dem Abklingen der Orientierungslosigkeit lief der Alltag mit Home recht flüssig. Man gewöhnt sich schnell daran, dass Apps sich jetzt woanders verstecken und mir persönlich gefällt der Button, der mich zur letzten Anwendung führt besonders gut.

Der Cover Feed ist (zu Beginn) eigentlich sehr schick. Man neigt in der Tat eher dazu den Geschichten im Feed mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als man es in der Timeline tut. Wir sprechen eben besonders gut auf Bilder an. Darum liebe ich Pinterest auch so sehr.

Die Chat Heads im Messenger sind ein solides Feature. Gute Idee, gute Ausführung.

Das waren die ersten Eindrücke und leider hielten die nicht besonders lange an. Nach ein paar Tagen wurde der Cover Feed langweilig. Hängt einem Beitrag kein Bild an, wird einfach das Titelbild verwendet. Das ist nett, aber nach einer Weile hat man sie alle durch.

Ja, es gab auch wunderbare Bilder in meinem Feed. Zum Beispiel von VisitCalifornia und dem Coachella Festival. Großartig. Aber genau solche Sahnestücke waren selten.

Dazu kommt, dass der Feed bei einer gedrosselten Verbindung kaum oder gar nicht lädt. Und einen schwarzen Bildschirm kriege ich auch ohne Hilfe von Zuck hin …

Hinzu kommt, dass man sich nach ein paar Tagen gefangen in Facebook fühlt. Es ist schwer, den anderen Apps die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken, wenn man ständig und immer nur mit Facebook konfrontiert wird.

Und nebenbei: Die Facebook App habe ich kaum noch geöffnet. Es sind also alle Anzeigen in dieser Zeit komplett an mir vorbei gegangen. Mir als Marketing-Mensch gefällt diese Tendenz verständlicherweise nun überhaupt nicht.

Den Entschluß Facebook Home zu deinstallieren habe ich kurz nach den Anschlägen von Boston gefasst. Morgens auf sein Smartphone zu schauen und mit Bildern von blutenden Menschen zwischen Katzenbildern und den Steaks von letzter Nacht geweckt zu werden, das missfiel mir.

Auch in den folgenden Stunden wurde es nicht viel besser. Mein Cover Feed verkam zu einer zu bildreichen Version von Twitter. So ein ernstes Thema sollte nicht zwischen Urlaubsfotos und Hundebildern abgehandelt werden. In meiner Timeline würde es zwar zwischen genau den gleichen Beiträgen auftauchen, aber da ist der Unterschied nicht so krass und (in Teilen) pietätlos.

Auch die Tatsache, dass jeder der neben mir steht, private Bilder meiner Freunde sehen kann, macht mich nicht besonders glücklich.
Für Marketingabteilungen wäre Facebook Home diesbezüglich ein Traum. Ob man als Nutzer gerade ein Bild von einer Page oder einem Freund sieht, das fällt zunächst nämlich nicht auf.

Es ist möglich direkt im Cover Feed zu kommentieren und likes zu vergeben. WUNDERBAR! Genau das wünschen wir uns doch: Eine direktere Verbindung zu unseren Fans. Allerdings lässt sich nicht steuern, wo genau das Bild auftaucht. Und je nachdem, was gerade sonst so in der Welt passiert könnte ein hübsches Bild von Laufschuhen neben dem Bericht über ein Kind, dem ein Bein amputiert werden musste, eher zu unangenehmen Nebeneffekten führen.

Kurz gesagt: Das zwischen Facebook Home und mir war nur ein kleiner Frühlings-Flirt. Ich kehre glücklich und ein wenig reumütig zu meiner wahren Liebe, dem Apex Launcher zurück. Wir zwei verstehen uns einfach blind. Außerdem läßt er mich sogar meine Affäre mit Spotify direkt auf dem Hauptscreen ausleben …

Noch ein paar Worte zu mir: Hauptberuflich bin ich auch einer dieser leicht schrägen Marketing-Menschen und treibe derzeit, bekleidet mit einem Cape in Magenta, mein Unwesen im Bereich Mobile Payment. Mehr von mir gibt es unter @christinah84 bei Twitter. Aber Achtung: Abhängig von Koffeingehalt im Blut und der Musik auf meinen Ohren kann das etwas viel werden …

Das Bild oben ist ein Screenshot aus meinem Cover Feed und stammt von Los Angeles – dscoverLA.com auf Facebook. Eine wunderbare Fanpage.

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