Video: The Innovation Of Loneliness

Lonely

Das Gefühl allein zu sein ist für viele ein ständiger Begleiter geworden. Das zeigt dieses Video von Shimi Cohen sehr anschaulich.

Ob dieses Gefühl nun aber trotz oder wegen unserer digitalen Möglichkeiten zunimmt, möchte ich nicht so einfach hinnehmen, wie es Cohen vorlegt. Ja, gemäß Dunbar – ein Anthropologe, auf den sich die Nummer zur Größe sozialer Gruppierungen bei Primaten und Menschen bezieht – sprengen wir die natürliche Zahl der Menschen, die wir kennen, da Twitter, Facebook und Co. nun eine weitaus leichtere „Verwaltung von Freunden“ und Kontaktpflege ermöglichen.

Allerdings sehe ich darin weniger ein Problem denn eine Chance, um andere Menschen kennenzulernen. Der schwierige Schritt ist, dass man den Schritt vom Digitalen ins Reale schafft und sich trifft, wenn es möglich ist. Denn dann wird aus einer Einsamkeit schnell eine Gemeinsam- oder auch Zweisamkeit.

photo credit: Silvia Sala via photopin cc

7 Kommentare

  1. Dieses viel zu schnell gesprochene Video lullt ein durch scheinbar stimmige Grafiken und etwas Wissenschaft. Aber es ist auch enorm einseitig. Sharing zum Beispiel mag die Absicht der Selbstdarstellung haben. Aber auf der anderen Seiten auch die Hoffnung, durch Austausch Spannung und Bereicherung zu erfahren. Auch stimme ich nicht damit überein, dass es bei Social Media nur darum geht, endlos und bis zur Perfektion an eigenen Bildern herum zu feilen. Ich denke, dass das die wenigsten tun; viel mehr geht es darum, in kleinen Häppchen, zum Zeitpunkt der Wahl sich mit Menschen auszutauschen, die im Moment oder über längere Zeit gleiche Interessen verfolgen. Und du hast völlig recht, Daniel, jedem Mensch muss es gelingen, sich vom TV-Gerät – oder von Facebook, Twitter & Co. – zu lösen und sich unter die Leute zu mischen. Denn auch hunderte Kontakte in den sozialen Medien mögen die persönlichen Kontakte nicht zu kompensieren.

  2. Ergänzend zu dem, was Marie geschrieben hat: Einsamkeit oder Alleinsein ist eine Wahl. Natürlich erleichtert mit Social Media alleine zu sein. Das tut ein Buch aber auch.

    Und fragt mal die vielen Menschen, die aufgrund einer Behinderung und/oder fehlender finanzieller Mittel das Haus nicht so oft verlassen können, wie sie möchten, ob sie durch Social Media einsamer oder weniger einsam sind.

    1. Dass Einsamkeit und Alleinsein eine Wahl darstellen, ist eine Aussage aus einer Position der Stärke. Menschen, die sich nicht aus der Einsamkeit befreien können, würden das wohl anders ausdrücken. Nicht einsam zu sein, und Kontakte zu pflegen, braucht einen Anstrengung. Den einen fällt das leicht, für die anderen ist es eine Herkulesarbeit. Der Rückzug in die sozialen Medien kann helfen, zumindest virtuell ohne grosse Anstrengung Teil einer Gemeinschaft zu sein.

      1. Ich hätte wohl differenzieren oder genauer formulieren sollen. Natürlich gibt es Menschen, die in einer nicht selbstgewählten Einsamkeit sind. Aber eben für diese Menschen ist das Netz eine Möglichkeit der Partizipation und Kontaktaufnahme. Das sehen wir wohl ähnlich.

      2. Da bin ich völlig mit dir einverstanden. Und mir war schon klar, dass du wohl in dieser Weise differenzierst🙂

  3. […] Daniel Rehn habe ich einen tollen Input zum Start in die neue Woche […]

  4. Mich hat das Video auch angesprochen – ich hätte aber auch ein paar Ergänzungen, weil es das entscheidende Pro Argument zu social Media zugunsten einer gewissen Technikhilflosigkeit einfach wegzulassen scheint.

    Für mich ist social Media ein reines Tool. Die Qualität – das „wie“ wir ein Tool nutzen – hängt immer am Einzelnen, der es nutzt und zwar an dessen Intention und Kreativität.
    Ich benutze social Media hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich, zu meiner eigenen Information über verschiedene Themen und zur Unterstützung meiner bestehenden Beziehungen und Freundschaften gerade mit Menschen, die ich länger kenne und die in alle Winde verstreut sind. Wenn also die Qualität vorher schon da ist, ist social Media eine Möglichkeit um tatsächlich effizienter sicherzustellen, das jemand an dem einem viel liegt schnell mal was mitbekommt ( Du, Deine Sonnenblumen Samen sind super aufgegegangen: hier das Ergebnis [Bild]). Ich glaube das geht in die Richtung die auch meine Vorgänger schon angesprochen haben.

    Auf mich wirken solche Erläuterungen wie dieser Film – der viele richtige Aspekte anspricht, aber zu objektiviert bleibt – immer etwas so, als ob man versucht einem Objekt (in diesem Fall social Media) die Verantwortung dafür zuzuschieben, wie es genutzt wird. Das funktioniert natürlich nicht, passt aber in unser westliches Denken. Überspitzt gesagt: „Ich kann nichts dafür – das Objekt ist schuld. Gegen das bin ich machtlos.“ Ergänzt mit: „Alle machen das so also gehts nicht anders“.
    Aber einen Gartenschlauch kannst Du auch nicht dafür verantwortlich machen wo und was er bewässert, das hat der Mensch, der ihn aufstellt im Griff.
    Mit social Media ist es das gleiche. Ich bestimme wo ich was wässere😉. Für mich spricht aus solchen Beiträgen eine Art Hilflosigkeit, als ob man Menschen zwingen könnte ein Tool auf eine bestimmte Art und Weise zu nutzen. Ich möchte dann solche Leute immer gern am Kragen packen und kräftig durchrütteln und fragen: „Hallo? Noch jemand zu Hause?“

    Ich selbst habe über soziale Medien auch schon Menschen „nebenbei“ kennen gelernt, die jetzt zu meinen „150“ gehören, weil beide Seiten anhand eines Themas gemerkt haben: Oops da ist ja mehr. Qualität ist es wurscht, wo sie entsteht. Sie hängt nicht am Tool – weder am „auf einer Party getroffen“ noch am „Im Forum zum Thema Spinnen kennengelernt“ Tool.
    Man muss sie nur erkennen und fördern können oder auch wollen! Auch das ist eine Wahl, die wir haben. Und meiner Erfahrung nach führt es unweigerlich zu einem Treffen, wenn Qualität erst mal für die Beteilligten in der Luft liegt. Dabei wird dann vertieft oder eben nicht. Und wenn Qualität für beide Seiten offensichtlich ist, fliegt man dafür möglicherweise auch mal um die halbe Welt.

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