Liebe 2.0: Genauso echt wie Face-to-Face – Mein Beitrag zur Blogparade von PARSHIP

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Liebe im Netz. Liebe per Netz. Geht das? Kann das gutgehen? Ist es nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt? Und was machen Social Media eigentlich aus Singles und erst recht aus Partnern, die sich liken, retweeten und womöglich gar ernst gemeinte Herzchen und doppeldeutiges Grinsen unter Updates schreiben?

Dieser Frage möchte PARSHIP* in einer bis zum 30.11. laufenden Blogparade auf den Grund gehen.

Für mich ist es keine wirkliche Frage, ob das Internet oder auch Social Media unser Flirt- und Dating-Verhalten sowie Beziehungen verändert haben. Der Einfluss ist immens.

Ehen, die wegen Facebook-Posts geschieden werden, sind – gefühlt – mittlerweile ebenso zum Alltag geworden, wie Ehen, die geschlossen werden, nachdem man zuerst im Netz miteinander angebandelt ist. Nur haftet der Digital Love noch immer ein Stigma an. Zu unrecht, wie ich finde.

Nur Face-to-Face ist echt? Bullshit.

Dieselben Leute, die digitaler Kommunikation im direkten Vergleich zu Face-to-Face die Wertigkeit absprechen, sind es auch, die bei „Wir haben uns im Netz kennengelernt“-Pärchen die Augenbrauen hochziehen und die Scheidungsraten zitieren.

Natürlich, es gibt kaum Schöneres, als sich in den Armen zu liegen. Aber das geht nun einmal nicht immer. Man denke nur an all die Fernbeziehungen da draußen … Umso mehr ist es ein Hochgefühl, wenn man am Morgen aufwacht und bereits eine Nachricht des Herzmenschen wartet. Man lächelt unweigerlich. Ist beschwingt, leicht. Ebenso betrüblich ist es, wenn denn einmal kein Update da ist. Das hat per se aber nichts mit Whatsapp, Facebook Messages oder SMS zu tun. Bei Post im Briefkasten, deren Umschlag die Handschrift unseres Schwarms trägt, fängt das Herz gleichermaßen schneller an zu schlagen. Einem Brief hat man damals wie heute ja auch nicht seine Bedeutung abgesprochen.

Inflation der❤❤❤❤❤❤ versus "Freundschaft beenden"

Wenn es einen Kritikpunkt an Liebe im Social Web gibt, dann den, dass die meisten noch kein Verständnis dafür haben, wie sie damit in dieser oftmals noch neuen Form der Öffentlichkeit umgehen sollen. Wenn viele mit der Trennung zwischen Persönlichem und Privatem überfragt sind, was soll dann bei einem so heiklem, sensiblem und zerbrechlichem Gefühl wie Liebe passieren?

Da turteln Pärchen mitunter auf ihren Pinnwänden wild hin und her und spammen die Timeline mit Herzchen und Süßholzraspeleien zu, dass man vom Zusehen schon Zahnschmerzen bekommt. Gerade für Singles ist das durchaus eine Zumutung. (Aber das sind – meiner Meinung nach – auch dieselben Menschen, die sich einander die Zunge in den Rachen schieben. In einem vollen Café. Am helllichten Tage. Während andere doch nur einen Kaffee trinken wollen.)

Richtig fies wird es ja spätestens, wenn sich die Wege trennen und die „Lass‘ uns Freunde bleiben“-Nummer nicht klappen will. Offline kann man sich aus dem Weg gehen. Foursquare lässt sich zum Beispiel zweckentfremden, um Leuten eben nicht zu begegnen, sofern man sich nicht schon reflexartig dort und auch überall sonst entfolgt ist. Aber für Social Media gibt es noch kein allgemeingültiges Knigge 2.0-Update, wie man mit Verflossenen umgehen soll. Die Ex-Updates in der Timeline können ein hartes Brot sein. Das mit dem Ertragen ist nicht jedermanns Sache. Was also tun? Freundschaft beenden? Blocken? Oder doch heimlich stalken (und das Leiden verlängern)?

Alles hat seine zwei Seiten

Rein psychologisch wie auch soziologisch finde ich die ganze Thematik hochinteressant. Die bisherigen Umfragen und Studien, die PARSHIP diesbezüglich aufgesetzt hat, lesen sich immer wieder ganz spannend und geben durchaus Aufschluss, wie es um Digital Love bestellt ist. Aber es braucht keinen Doktortitel, um auch für das Web festhalten zu können, was seit jeher gilt: Alles hat seine zwei Seiten. Auch die Liebe. Auch im Netz.



* Disclosure: PARSHIP ist aktuell einer meiner Kunden bei achtung!.


photo credit: Shandi-lee via photopin cc

4 Kommentare

  1. […] “zufällig” fand ich bei meinen Webrecherchen für einen Kunden zu der von Daniel Rehn bei Parship initiierten Blogparade. Bingo! Die wichtigsten Gemeinsamkeiten von (Pull-) Akquise (lat. ad […]

  2. […] Daniel Rehn las ich jüngst über die Blogparade von Parship über Liebe […]

  3. […] zum Thema “Liebe im digitalen Zeitalter” von parship zu Ende – und als ich das vor einigen Wochen bei Daniel Rehn entdeckt (eher sehr distanziert und allgemeiner geschrieben, aber nicht minder lesenswert!), da hatte ich […]

  4. […] Daniel Rehn las ich jüngst über die Blogparade von Parship über Liebe […]

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