Vertraute Fremde

Dieses Wochenende war ich das erste Mal seit meinem Umzug nach Hamburg wieder in München. Rund um meine Vorlesungen hatte ich etwas Zeit, um mich mit meinen Freunden von damals zu treffen. Aber allein die Tatsache, dass ich jetzt schon „von damals“ spreche, zeigt, wie sehr sich die Dinge verändert haben und dann doch wieder nicht.

Ich bin gerade einmal vier Monate weg, aber es fühlt sich an, als sei es schon wieder eine kleine Ewigkeit. Wie ich so am Hauptbahnhof stand, als ich ankam. Mit der U-Bahn durch die mir bekannten Tunnel kroch. Im Glockenbach meine ehemalige Stammkneipe aufsuchte. Es war, als wäre ich nie weg gewesen, aber wie ein Heimkehren fühlte es sich dennoch nicht an.

Ich traf Freunde, mit denen ich mich immer noch super verstehe. Sie holten mich emotional wieder ab, zogen mich näher an die Stadt, die zwei Jahre lang meine Heimat war. Und trotzdem: Es ist nicht mehr „mein“ München. Es ist nur noch ein Kapitel in meiner Vita, das ich bei jedem Besuch wohl aufs Neue aufschlagen werde, um ein wenig in Wehmut und Melancholie in der Vergangenheit zu blättern.

Schon komisch, wie etwas Vertrautes so fremd wirken kann.

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