Digitales Hamburg: Die Digital Media Women

Es war im Frühjahr 2010, als Digitaljournalistin Carolin Neumann bei der Konferenz „Next“ saß und sich einmal mehr über ein unausgewogen besetztes Panel ärgerte. Nur Männer, keine Frauen. Dieses Ungleichgewicht lag weniger daran, dass es keine kompetenten Frauen in der Digitalszene gäbe, sondern eher, dass die Veranstalter laut eigener Aussage nicht wüssten, wo man sie finden würde. Die Geburtsstunde der Digital Media Women. Ein Verein, der Frauen und Supportern innerhalb der Digitalbranche ein Netzwerk bietet, um sich auszutauschen, sichtbar zu werden und – ja, auch das – mehr kompetente Frauen auf die Bühne zu bringen, damit sich eine Szene wie bei der Next nicht mehr wiederholt.

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Von Hamburg in die ganze (digitale) Welt

Nun, fünf Jahre später, haben sich die Digital Media Women prächtig entwickelt. Von der Hamburger Basis ausgehend, ist das Netzwerk mittlerweile auf über 3.000 Mitglieder und Unterstützer in ganz Deutschland gewachsen. Neben Hamburg gibt es Ableger in Berlin, Köln, München und der Rhein-Main-Region und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Digitalhochburg erschlossen ist. Bis dahin finden sich alle Mitglieder des Vereins bei Bedarf in einer eigens aufgezogenen Community ein, die für permanenten Austausch, Hilfestellungen und die Vermittlung von Aufträgen, Auftritten und mehr steht.

Über sich selbst sagen sie Folgendes:

Was sind die Digital Media Women?

Die Digital Media Women (#DMW) sind ein in Hamburg gegründetes Branchennetzwerk mit Quartieren in Berlin, Köln, München und der Region Rhein-Main in Form eines gemeinnützigen Vereins. Wir arbeiten im und mit dem Netz: als Social Media Managerinnen, Web- und Grafikdesignerinnen, Online-Journalistinnen, Bloggerinnen, Programmiererinnen und in vielen anderen Feldern des World Wide Web. Unsere Arbeitsfelder sind oft Männerdomänen – doch wir wollen die Situation von Frauen in unseren Berufen verbessern und unsere Expertise unter Beweis stellen.

Der Netzwerkgedanke wird dabei im Digitalen und Analogen ausgelebt. Von regelmäßigen Meet-Ups über Themenabende, Konferenzbesuche und Events gibt es deutschlandweit immer wieder Anknüpfungspunkte, um Teil des Ganzen zu werden. Sich einzubringen ist nämlich nicht nur Frauen vorbehalten, sondern steht wie selbstverständlich auch Männern offen. Aus diesem Grund bin ich seit 2012 mit meinem Umzug nach Hamburg ebenfalls Fördermitglied der Digital Media Women.

Machen statt Schnacken

Auf die Frage nach dem „Warum?“ gibt es für mich auch nur eine vernünftige Antwort: Es sollte ausschließlich darum gehen, was jemand im Kopf hat, statt in der Hose. Denn was wäre das für eine Welt, in der sich die Zusammenarbeit und der Austausch mit klugen Köpfen nur auf Links- oder Rechtsträger beschränken würde? Eine traurige, möchte ich meinen.

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„Machen statt Schnacken“ hat sich darum in den letzten Jahren als Credo der Digital Media Women etabliert, das sich durch Eigenschaften wie Neugier, Wissenshunger und den Wunsch einander zu unterstützen auszeichnet. Allesamt Dinge, die in der vermeintlichen Ellbogengesellschaft gerne zu kurz kommen und so den Erfahrungshorizont unnötig eingrenzen.

So verwundert es nicht, dass die Feierlichtkeiten zum fünfjährigen Bestehen in allen Quartieren ein Grund zum Feiern waren und nochmals die Vielfalt dieser wunderbaren Macherinnen und Macher verdeutlicht hat.

Denn nach unzähligen Treffen und Gesprächen kann ich nicht anders als zu sagen, wie es ist: Die Digital Media Women sind eine Bereicherung. Für Hamburg, die Digitalszene und das Netz an sich.

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